Liste mit schützenswerten Objekten im Kriegsfall
Laut einem Bericht des Tagesspiegels(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) finden sich in den Datensätzen auch Inhalte, die für die Sicherheit der Bundesrepublik und der Hauptstadt von Bedeutung sind. Dazu zählten Daten zum Zivilschutz und Listen mit Objekten, Immobilien, Betrieben und Einrichtungen, die im Verteidigungsfall besonders geschützt werden müssten.
Als Objekte mit "Bedeutung für die zivile Verteidigung" seien Heizkraftwerke für Krankenhäuser, Tanklager, Notstromanlagen und Umspannwerke aufgelistet. Zu finden seien zudem geheime Dokumente zu Rüstungsunternehmen, die besonders gefährdet seien.
Inzwischen befasse sich auch das Operative Führungskommando der Bundeswehr mit dem Vorfall. Man habe Kenntnis über den Datenabfluss, sagte eine Sprecherin dem Tagesspiegel und fügte hinzu: "Die detaillierte Auswertung findet aktuell durch die zuständigen Sicherheitsbehörden von Bund und Land statt." Nach Analyse potenzieller Sicherheitsrisiken würden entsprechende Maßnahmen zur Wahrung der militärischen Sicherheit eingeleitet.
Konkrete Gefahren für Personen
Nach Einschätzung Kiesewetters können die Daten "von Staaten wie Russland, China oder von Terroristen nun gezielt für Terroranschläge, Sabotage oder gezielte Erpressung und Beeinflussung genutzt werden". Man müsse "nahezu sicher damit rechnen", dass Russland den Hack und den Leak nutzen werde.
Der IT-Sicherheitsexperte Manuel Atug befürchtet ebenfalls konkrete Gefahren durch den Hack. Es könne zu "Tötungen oder Hetzkampagnen" kommen, beispielsweise gegen Personen, die in der Geschäftsleitung insbesondere von Rüstungsunternehmen tätig seien. Insofern sei "der maximale GAU eigentlich vorstellbar, der realisiert werden kann bis zur Menschenlebengefährdung", sagte Atug im ZDF(öffnet im neuen Fenster).
Atug: Berlin hat grob fahrlässig gehandelt
Nach seiner Einschätzung dürfte es der Hackergruppe Rhysida nicht besonders schwer gefallen sein, in die Berliner Systeme einzudringen. "Ich war als Sachverständiger 2023 und 2025 im Innenausschuss und habe denen bestätigt, dass die Cybersicherheit bei denen sehr, sehr schlecht aufgestellt ist", sagte Atug. So habe Berlin für den Haushalt 2025 beschlossen, die Mittel für den IT-Dienstleister um 18 Millionen Euro und damit fast um 50 Prozent zu kürzen und sogar 2 Millionen Euro zu streichen, die man für eine Angriffs- und Einbruchserkennung investiert hätte.
Atug kritisierte weiter: " Man hat grob fahrlässig gehandelt und teilweise sogar mit Vorsatz, also wissentlich grob fahrlässig gehandelt." Denn die Landesregierung habe "die Millionen lieber in Massenüberwachung, in KI-Bewegungsdaten und Gesichtserkennung investiert, in Kameraüberwachung, aber eben nicht in die Sicherheit".
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.