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Berliner Startup Zenguard: Axel-Springer-Verlag investiert in Adblocker-Anbieter

Eigentlich geht der Axel-Springer-Verlag derzeit gegen alle möglichen Anbieter von Adblockern vor. In ein Berliner Startup investiert er jedoch selbst. Was steckt dahinter?

Artikel veröffentlicht am ,
Die Zenmate Web Firewall blockiert derzeit noch sämtliche Anzeigen.
Die Zenmate Web Firewall blockiert derzeit noch sämtliche Anzeigen. (Bild: Screenshot: Golem.de)

Wer als kleines Startup in Deutschland einen Adblocker auf den Markt bringt, erhält mit großer Wahrscheinlichkeit bald einen Brief von den Anwälten des Axel-Springer-Verlags. Es sind derzeit zahlreiche Fälle bekannt, bei denen der Verlag juristisch gegen solche Firmen vorgeht. Die Berliner Zenguard GmbH muss jedoch nicht mit einem solchen Schreiben rechnen. Zwar bietet das Unternehmen eine Web-Firewall mit Adblocker für den Chrome-Browser an, doch gehört der Springer-Verlag selbst zu den Investoren.

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Das Hauptprodukt des Kreuzberger Startups ist das Tool Zenmate, mit dem man gesicherte Internetverbindungen über VPN aufbauen kann. Die Zenmate Web Firewall soll hingegen vor Schadsoftware, Trackern und anderen Sicherheitsgefahren beim Surfen schützen. Zudem blockiere das Browser-Plugin "nervende Anzeigen und Malvertising". Auf der Basis von Ublock und in Verbindung mit Filterlisten wie der Easy List funktioniert die Web Firewall allerdings wie ein ganz normaler Adblocker. Auch die Werbung auf Bild.de wird blockiert, so dass Nutzern die Werbeblockersperre angezeigt wird.

Plugin soll nur schädliche Anzeigen blocken

Vor diesem Hintergrund wirkt es erstaunlich, dass der Axel-Springer-Verlag in einen solchen Anbieter investiert. Laut Handelsregisterauszug ist die Axel Springer Plug and Play Accelerator GmbH mit 4,27 Prozent an der Zenguard GmbH beteiligt. Die Project A Ventures GmbH & Co. KG hält 18,75 Prozent, wobei die Axel Springer AG wiederum an Project A Ventures mit 30 Millionen Euro beteiligt ist.

Verlagssprecher Manuel Adolphsen verteidigte auf Anfrage von Golem.de das Engagement. Bei Zenguard handele es sich um einen Anbieter "umfassender Rundum-Sicherheitslösungen für den digitalen Bereich". Die Web Firewall befinde sich noch in der Beta-Phase und schütze vor "Phishing, Malware und infizierten Ads". Adolphsen ergänzte: "Anders als bei Werbeblockern geht es hier also um den Schutz vor Schadprogrammen." Letztere Behauptung trifft derzeit sicherlich nicht zu. Bislang wird noch jede Werbung blockiert.

Firewall ist noch ein Prototyp

Zenguard verweist ebenfalls darauf, dass es sich bei der Web Firewall noch um einen "Prototypen" handele. Das Ziel sei, "sämtliche browserbasierten Sicherheitsbedrohungen filtern zu können". Dazu gehöre auch das sogenannte Malvertising, denn in den vergangenen Jahren seien "Werbenetzwerke zunehmend häufiger genutzt worden, um schädliche Software und Drive-By-Exploits an die Nutzer auszusteuern und diese mit Schadsoftware zu infizieren". Zenguard entwickele derzeit "proprietäre Technologien, um Malvertising on-demand im Datenstrom erkennen, von regulärer Onlinewerbung unterscheiden und gezielt blocken zu können".

Solange es diese Lösungen noch nicht gibt, sollen herkömmliche Adfilter den Nutzern einen "Basisschutz" vor den Gefahren durch Malvertising bieten. Langfristig sollen dem Nutzer jedoch verschiedenste Filterlisten zur Auswahl und zum An- beziehungsweise Abwählen angeboten werden. Derzeit erlaubt die Web Firewall noch keine persönliche Konfiguration.

Gutes Argument gegen generelle Adblocker

Sollte es künftig tatsächlich eine Firewall geben, die solche Malware blockiert, wäre dies aus Sicht der Medien und Werbewirtschaft ein gutes Argument gegen den Einsatz von Adblockern. Schließlich argumentieren viele Nutzer damit, sich mit Hilfe von Adblockern generell gegen manipulierte Anzeigen schützen zu wollen. Zenguard verspricht sogar einen proprietären Schutz vor Zero-Day-Exploits. Inwieweit es einen sicheren Schutz durch ein Browser-Plugin überhaupt geben kann, ist dagegen eine andere Frage. Auch Virenscanner bieten schließlich keinen absoluten Schutz vor Malware.

Es bleibt daher abzuwarten, wie lange Zenguard noch den Adblocker in dieser Form anbieten wird. Springer-Sprecher Adolphsen teilte mit, sein Verlag wolle sich "eventuell missverständliche Produktbeschreibungen" gemeinsam mit dem Startup anschauen.



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redwolf 05. Aug 2016

Einfach ein VPN durch TOR nutzen. Schätze Golem macht das aus Spamschutzgründen.

crazypsycho 03. Aug 2016

So sieht es aus. Vor einigen Jahren war ich noch auf anderen Websites und Foren aktiv...

crazypsycho 03. Aug 2016

Das Werbung zu aufdringlich ist liegt in Ihrer Natur? Aber sicher nicht. Werbung muss...

TheUnichi 03. Aug 2016

Gibt es. Lynx. http://lynx.browser.org/ Viel Spaß!

Destroyer2442 03. Aug 2016

^ DAS und "Zenguard verspricht sogar einen proprietären Schutz vor Zero-Day-Exploits...


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