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Berliner Senat: Mit Kabelnetz den FTTH-Rückstand schönreden

Wir haben lange auf eine Stellungnahme der Berliner Regierung zum Rückstand bei FTTH gewartet. Nun äußert sich der Wirtschaftssenat zum letzten Platz im Länderranking.
/ Achim Sawall
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Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (Bildmitte) mit Partnern der Gigabit-Strategie (Bild: Cristoffer Schwetje/Sustainable Photography)
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (Bildmitte) mit Partnern der Gigabit-Strategie Bild: Cristoffer Schwetje/Sustainable Photography

Berlin will beim FTTH-Ausbau nicht als schlechtestes Bundesland dastehen. Die Sprecherin des Wirtschaftssenats, Johanna Rupp, betonte auf Anfrage von Golem.de den fast flächendeckenden Ausbau mit TV-Kabelnetzen und Docsis 3.1 in der Hauptstadt und erklärte, dass der Ausbau von FTTH in Berlin "marktgetrieben" sei.

Rupp sagte: "Bei den Gigabitnetzen steht Berlin bundesweit gemäß dem Gigabit-Grundbuch der Bundesnetzagentur(öffnet im neuen Fenster) auf Platz 1 mit einer Abdeckung von 99,34 Prozent."

Doch das bezieht sich auf die Koaxialkabelnetze von Vodafone und Tele Columbus, die die schlechte Glasfaserversorgung bis ins Haus nicht ausgleichen können. Viele Haushalte müssen sich in einem Kabelnetz-Node die vorhandene Datenrate teilen, was besonders in den Abendstunden zu Überlastungen führt.

Rein rechnerisch hängen bei Vodafone laut früheren Angaben 500 Haushalte an einem Node und teilen sich damit die Gesamtkapazität von 1 GBit/s. Diese Probleme gestand Vodafone zuletzt auch relativ offen ein.

Zehn Netzbetreiber bauen in Berlin aus

Der Senat verfolge "eine ambitionierte Gigabitstrategie" , erklärte Rupp weiter. "Dazu gehört der flächendeckende Ausbau der Gigabitnetze mit bis zu 1.000 MBit/s bis zum Jahr 2025 sowie bis zum Jahr 2028 ein flächendeckendes Glasfasernetz für die rund zwei Millionen Berliner Haushalte (1.961.629) und 177.540 Gewerbeeinheiten."

Der Glasfaserausbau erfolge "marktgetrieben" aktuell durch die zehn Unternehmen Colt Technology Services, Deutsche Giganetz, DNS:NET, Deutsche Telekom, Globalconnect, Tele Columbus, 1 &1 Versatel, Vattenfall Eurofiber, Vodafone Deutschland und dessen Partnerunternehmen OXG Glasfaser. Mit Stand Juni 2023 werde damit "eine Abdeckung von 19,77 Prozent erreicht" .

Mit genau diesem Wert liegt Berlin auf dem letzten Platz im Länderranking: Laut den Angaben des Branchenverbands Breko vom August 2023 belegte Berlin beim Glasfaserausbau bundesweit den letzten Platz.

Schleswig-Holstein lag weiter mit 82 Prozent auf Platz 1, das Schlusslicht war unverändert Berlin mit 19 Prozent. Ein schlechtes Ranking zeigt auch Baden-Württemberg mit 23 Prozent. Ein besonderes starkes Wachstum bei der Glasfaserquote von 23 auf 54 Prozent gab es in Brandenburg.


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