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Berlin zieht nach: Schneller Handy-Empfang in allen U-Bahnen Deutschlands

Berlin ist das Schlusslicht und schaltet LTE im Untergrund frei. Damit sind alle U-Bahn-Strecken in Deutschland mit schnellem Internet versorgt.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Telefónica hat zahlreiche Antennen in den Tunneln verbaut, die eigens für die Berliner U-Bahn gefertigt wurden. (Bild: Telefónica)
Telefónica hat zahlreiche Antennen in den Tunneln verbaut, die eigens für die Berliner U-Bahn gefertigt wurden. Bild: Telefónica

Nach einer langen Bauphase soll im gesamten Berliner U-Bahnnetz das Mobilfunknetz LTE zur Verfügung stehen. Die Mobilfunkanbieter in Deutschland werden ihre Kundschaft nach eigenen Angaben künftig auf allen U-Bahn-Strecken ohne größere Lücken mit schnellem Funknetz versorgen. Nach jahrelanger Verzögerung wurde der Ausbau des 4G-Mobilfunknetzes (LTE) für die Strecken der Berliner U-Bahn erfolgreich abgeschlossen, wie die BVG und O2 Telefónica als Projektführer mitteilten.

Von dem Netzausbau profitieren alle Fahrgäste, die im Untergrund schnelles mobiles Internet auf dem Smartphone, Tablet oder Notebook nutzen wollen. Es gilt also nicht nur für Verträge im Telefónica-O2-Netz, sondern auch für SIM-Karten, die die Netze der Deutschen Telekom und Vodafone nutzen.

Mit dem Abschluss des LTE-U-Bahn-Ausbaus in Berlin gebe es nun eine nahezu 100-prozentige LTE-Netzabdeckung auf allen U-Bahn-Strecken in Deutschland, hieß es. In Dortmund und Berlin kümmerte sich Telefónica um den Netzausbau. In Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Essen und Duisburg lag die Projektleitung bei Vodafone. In Köln, Nürnberg und Bochum/Herne baute die Telekom das Netz aus. In Hannover teilten sich Telekom und Vodafone die Verantwortung.

4G-Netz ist Grundlage für kostenloses WLAN

Henrik Falk, der Vorstandsvorsitzende der BVG, verwies darauf, dass Smartphones für die meisten der täglich mehr als eine Million Fahrgäste ständige Begleiter seien. "Egal, ob privater Chat oder dienstliche Mail - wir alle wollen online sein und das mit Highspeed, auch in der U-Bahn. Deshalb ist das flächendeckende Highspeed-Mobilfunknetz ein wichtiger Schritt für ein noch attraktiveres und moderneres Mobilitätsangebot."

Zugleich sei das leistungsfähige 4G-Netz Grundlage dafür, dass die BVG in Zukunft auch in den U-Bahn-Zügen kostenloses WLAN anbieten könne. Matthias Sauder, Netzausbauchef von O2 Telefónica, sagte, für den Ausbau auf den Tunnelstrecken seien insgesamt mehr als 1.000 Kilometer Glasfaser ausgelegt worden. Das entspreche der Entfernung von Flensburg bis nach Garmisch-Partenkirchen.

Es seien 360 Tunnel-Antennen, 350 Repeater sowie 30 Basisstationen installiert worden. Mit neun Linien und 175 Bahnhöfen ist das in Teilen mehr als 100 Jahre alte U-Bahn-Netz der deutschen Hauptstadt eines der ältesten und größten in ganz Europa.

Netzausbau bei U-Bahnen besonders schwierig

Tanja Richter, die Technik-Chefin von Vodafone Deutschland, verwies auf die schwierigen Umstände des Netzausbaus entlang der U-Bahn-Strecken: "Gebaut werden kann immer nur dann, wenn der Fahrbetrieb ruht - also meist in den Nachtstunden von Betriebsschluss bis Betriebsbeginn. Damit dieses alles nur einmal aus einer Hand akribisch geplant und umgesetzt werden kann, ist immer einer der drei Netzbetreiber im Projekt-Lead - und plant für die anderen beiden mit."

In einer gemeinsamen Presseerklärung(öffnet im neuen Fenster) hieß es, dass Telekom, Vodafone und Telefónica weitere Investitionen in den Netzausbau entlang der Strecke planen: "Jetzt ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen und mit 5G auch die neuste Technologie auf den Strecken zur Verfügung zu stellen" , sagte Mathias Poeten, Mobilfunknetz-Chef der Deutschen Telekom.


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