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Berlin Gropiusstadt: FTTH kann "ein mühsames Geschäft" sein

In der Berliner Gropiusstadt haben 4.400 Haushalte seit fast zwei Jahren FTTH oder FTTB. Doch in dem Stadtviertel mit geringer Kaufkraft ist die Nachfrage (noch) gering.
/ Achim Sawall
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Jürgen Schunk, Vattenfall Europe Netzservice (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
Jürgen Schunk, Vattenfall Europe Netzservice Bild: Achim Sawall/Golem.de

Ein Großprojekt für Fibre To The Home (FTTH) im Berliner Bezirk Neukölln findet bisher nur wenig Kunden. Das geht aus einem Vortrag von Jürgen Schunk, Leiter Hochspannungsnetze, Vattenfall Europe Netzservice, hervor, der am 16. Juli 2014 auf der Euroforum-Konferenz(öffnet im neuen Fenster) gehalten wurde. "Es ist ein mühsames Geschäft" , sagte Schunk. Bei 4.400 Wohnungen und Haushalten, die Vattenfall seit knapp zwei Jahren in der Gropiusstadt mit FTTH und einige auch mit FTTB erschlossen habe, seien weniger als 5 Prozent zahlende Kunden geworden.

Die Glasfaserversorgung in der Gropiusstadt ist ein Gemeinschaftswerk des Energieunternehmens Vattenfall, der Wohnungsbaugesellschaft Degewo, des Telekommunikationsausrüsters Ericsson und des Plattformanbieters QSC.

Die Netzebene 3 hatten die beteiligten Unternehmen komplett neu gebaut, erklärte Schunk. Das Pilotprojekt in der Gropiusstadt wurde von Vattenfall gestartet, weil die Bedingungen für den Ausbau durch eine laufende Modernisierung in 130 Gebäuden sehr günstig waren. Jede Wohnung ist mit zwei Lichtleitern versorgt. Eine Faser ist mit dem regionalen POP verbunden.

Geboten wird eine Datenübertragungsrate von bis zu 100 MBit/s. Vermarktungspartner sind die DNSnet aus Berlin-Brandenburg, die Frankfurter Mygate und die Ave-Tel aus dem bayerischen Nördlingen. Als ein Schnupperangebot werden beispielsweise 100 MBit/s für einen Tag für eine Pauschale von 3,50 Euro angeboten.

Eine Schwierigkeit sei, dass das Netz in direkter Konkurrenz zu den preisgünstigen und schnellen Zugängen eines TV-Kabelnetzbetreibers und zu DSL-Zugängen stehe. Schunk: "Die Kunden entscheiden nach dem Preis, nicht nach der Technik."

Dennoch hätten er und Vattenfall den Einstieg in das Pilotprojekt nicht bereut. "Es war kein Fehler, das zu starten" , erklärte Schunk. Die Investition sei sinnvoll gewesen und müsse über einen Zeitraum bis 2015 gesehen werden.


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