Sieger Lucas di Grassi wird disqualifiziert
Die Fans schätzen das: Die Rennen waren bisher sehr gut besucht. Selbst im Formel-1-verwöhnten Monaco seien in der letzten Woche die Ränge voll gewesen. Weitere Zuschauer hätten sich auf Balkons, Dächern und auf den Hängen des Stadtstaates gedrängt und das Rennen verfolgt, sagt Graeme Davison im Gespräch mit Golem.de. Er ist Technikchef des Hardwareherstellers Qualcomm in Europa. Qualcomm liefert die drahtlose Ladetechnik, mit der das Safety Car und das Auto für den Streckenarzt aufgeladen werden. Außerdem ist Qualcomm Ventures, der Investment-Zweig des Hardwareherstellers, einer der Investoren der Formel E.
"Die erste Saison ist genau so geworden, wie wir es uns erhofft haben: Für die Fans ist es sehr spannend, es gibt tolle, knappe Rennen. Die Technik wird immer besser und ausgereifter, wir sehen schicke, schnelle Elektroautos auf der Strecke", sagt Davison. Den bekennenden Motorsportenthusiasten freut vor allem, dass viele Familien mit Kindern und junge Zuschauer kommen.
Prominenz auf der Strecke
Wie es sich für ein Autorennen gehört, fehlte auch die Prominenz nicht: Vor Ort waren etwa der Tourenwagenfahrer Timo Scheider und Rennfahrerlegende Hans-Joachim Stuck. Das Model Toni Garrn stakste durch die Startaufstellung und durfte bei der Siegerehrung einen der Pokale überreichen. Den Pokal für den Schnellsten erhielt Lucas di Grassi von Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer.
Der Brasilianer fuhr ein fehlerfreies Rennen: Schnell nach dem Start vom zweiten Platz überholte er den auf der Pole-Position gestarteten Jarno Trulli und lag schon vor dem Autotausch zu Rennmitte uneinholbar vorn. Allerdings wurde er nachträglich wegen unerlaubter Modifikation am Frontflügel seines Autos disqualifiziert. Damit wurde Jerome D'Ambrosio zum Sieger erklärt. In der Meisterschaftswertung, die er nach dem vermeintlichen Sieg klar anführte, fiel di Grassi auf Platz drei hinter seinen Landsmann Nelson Piquet junior und den Schweizer Sebastien Buemi zurück.
In London gibt es zwei Rennen
Es stehen noch drei Rennen aus: Am 6. Juni startet die Formel E in Moskau. Zum Saisonabschluss gibt es gleich zwei Rennen in London: Am 27. und am 28. Juni sirren die Elektroboliden durch den Battersea Park - in Sichtweite des stillgelegten Kohlekraftwerke Battersea Power Station, das die englische Gruppe Pink Floyd einst auf einem Platten-Cover abbildeten.
Die zweite Saison der Formel E startet im September dieses Jahres. Das Feld wird wieder aus den zehn Teams bestehen, die auch in dieser Saison antreten. Die Formula E Holdings (FEH) plant mehr Rennen für das kommende Jahr. Ein möglicher neuer Austragungsort eines E-Prix ist Paris.
Teams dürfen Autos modifizieren
Neu ist in der zweiten Saison auch das technische Reglement: Die Teams dürfen mit neuen Herstellern zusammenarbeiten. Außerdem ist es erlaubt, Motor, Wechselrichter und Getriebe zu modifizieren - derzeit starten alle Fahrer mit einem Einheitsrenner. "Einige Teams werden mit dem Auto von diesem Jahr weiterfahren. Andere wollen die neue Technik einsetzen und sehen, ob sie damit einen Vorteil erzielen. Das wird zur Dynamik beitragen", sagt Davison. "Die nächste Saison wird also auch wieder toll."
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