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Berlin: Datenschutz-Beschwerdeflut - vor allem durch KI

Datenschützer sehen sich mit immer mehr Beschwerden und Beratungsanfragen konfrontiert. Häufig werden die Meldungen mittels KI erstellt.
/ Marc Stöckel
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Datenschutzbeschwerden werden häufig nicht mehr von Hand getippt. (Bild: pixabay.com / Pexels)
Datenschutzbeschwerden werden häufig nicht mehr von Hand getippt. Bild: pixabay.com / Pexels

Künstliche Intelligenz bringt allerhand neue Datenschutzprobleme mit sich. Offenbar nutzen einige Anwender aber auch KI-Tools, um sich Datenschutzbeschwerden formulieren zu lassen. Das geht aus einer Mitteilung der Berliner Datenschutzbeauftragten Meike Kamp(öffnet im neuen Fenster) hervor, die im vergangenen Jahr einen neuen Rekord bei der Anzahl eingereichter Beschwerden und Anfragen feststellen konnte.

Demnach erreichten Kamp schon in den Monaten Januar bis November 8.436 Meldungen, bestehend aus 2.644 förmlichen Beschwerden und 5.772 Beratungsanfragen. Das sei im Vergleich zu 2024 ein Anstieg von rund 50 Prozent, heißt es. Die Zahlen für Dezember 2025 seien allerdings noch nicht verfügbar und daher nicht inkludiert.

Mehr Meldungen soll es vor allem in den Bereichen Banking und Finanzen, Inkassounternehmen und die zwangsweise Nutzung von mobilen Apps gegeben haben. Aber auch Videoüberwachung und die Folgen von Identitätsdiebstahl seien Gegenstand vieler Einreichungen.

KI treibt Beschwerdewelle an

Als wichtigen Treiber für die Zunahme der Datenschutzmeldungen sieht Kamp nicht nur die fortschreitende Digitalisierung, sondern vor allem auch KI. "Wir erhalten immer mehr Eingaben, die offensichtlich mithilfe von KI-Chatbots erstellt werden" , erklärt die Datenschützerin. "Das bedeutet, dass auf die Frage, wer in Datenschutzfragen helfen kann, das Angebot unserer Behörde über KI sichtbarer wird."

Das erscheint einerseits begrüßenswert, da KI offenbar mehr Anwender dazu animiert, sich um den Schutz ihrer Daten zu kümmern und bei Bedarf auch Beschwerden einzureichen. Andererseits zeigen sich bei den KI-generierten Meldungen aber auch Probleme im Hinblick auf die Qualität der an die Behörden übermittelten Informationen.

Laut Kamp wecken KI-Chatbots häufig falsche Erwartungen bei den Anwendern. "Wir haben schon erlebt, dass die Aussagen und vor allem die Einschätzungen der Rechtslage oft unvollständig oder schlicht falsch sind" , so die Datenschützerin. Teilweise würden in den Meldungen sogar frei erfundene Gerichtsurteile oder nicht existente juristische Literatur erwähnt.

Auch Anwälte wurden in der Vergangenheit schon mit von einer KI erfundenen Fallzitaten erwischt . Grundsätzlich sollten Anwender KI-generierte Informationen kritisch hinterfragen und auf Korrektheit prüfen.


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