Berlin: Bundesweites Drohnenabwehr-Zentrum nimmt Arbeit auf

Bei der Bundespolizei in Berlin ist ein bundesweites Kompetenzzentrum für Drohnenabwehr eingerichtet(öffnet im neuen Fenster) worden. Die Einrichtung soll künftig die Zusammenarbeit verschiedener Sicherheitsbehörden bündeln. Vertreter von Polizei, Bundeswehr und Nachrichtendiensten werden dort gemeinsam an der Abwehr von Drohnenbedrohungen arbeiten. Das berichtete der RBB(öffnet im neuen Fenster) .
In dem Zentrum sollen Informationen zwischen den beteiligten Stellen ausgetauscht und Einsätze koordiniert werden. Die operative Arbeit beginnt voraussichtlich im Januar 2026.
Mit der Einrichtung wird auf eine veränderte Bedrohungslage reagiert. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben Drohnensichtungen an kritischen Standorten in Deutschland zugenommen. Das Bundesinnenministerium geht davon aus, dass viele dieser Fluggeräte von ausländischen Akteuren gesteuert werden.
Flughäfen und Militärstandorte im Fokus
Besonders Flughäfen, Einrichtungen der Bundeswehr und Energieversorger stehen im Mittelpunkt der Schutzmaßnahmen. Diese kritischen Infrastrukturen könnten durch Drohnen ausgespäht, gestört oder angegriffen werden. Das neue Zentrum soll helfen, derartige Vorfälle zu verhindern.
Bei der Innenministerkonferenz hatten sich Bund und Länder zuvor auf eine Aufgabenteilung verständigt. Die Polizei kann die Abwehr größerer militärischer Drohnen nach Einschätzung der Innenminister nicht allein bewältigen. Für solche Fälle soll grundsätzlich die Bundeswehr zuständig sein.
Um den Einsatz der Bundeswehr im Inland rechtlich zu ermöglichen, arbeitet die Bundesregierung an einer Reform des Luftsicherheitsgesetzes. Der Entwurf befindet sich derzeit im parlamentarischen Verfahren. Er regelt unter anderem, wann und wie die Bundeswehr der Polizei Amtshilfe leisten darf.
Eine weitere Änderung betrifft die Handlungsmöglichkeiten bei der Drohnenabwehr. Künftig soll es nicht nur erlaubt sein, Drohnen abzulenken, sondern auch abzuschießen. Diese Befugnis war bisher rechtlich umstritten.
Das Konzept für das Drohnenabwehrzentrum orientiert sich an bestehenden Strukturen. Als Vorbild dient das gemeinsame Abwehrzentrum gegen islamistischen Terror. Dort arbeiten Polizei, Nachrichtendienste und weitere Sicherheitsbehörden bereits seit Jahren zusammen.



