Berlin: Bezirksamt outet Besucher von Sexparty

Nach einer Sexparty im Berliner Club Berghain gab es mehrere Corona-Infizierte. In einer E-Mail des Bezirksamts waren die E-Mail-Adressen der Besucher sichtbar.

Artikel veröffentlicht am ,
E-Mails an viele Empfänger ohne BCC zu versenden, ist ein Fehler, der immer wieder passiert.
E-Mails an viele Empfänger ohne BCC zu versenden, ist ein Fehler, der immer wieder passiert. (Bild: raphaelsilva/Pixabay)

Per E-Mail hat das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg mindestens 120 Besucher der Sexparty "Friday Fuck 2-4-1" im Berliner Club Berghain geoutet. Nach Coronafällen unter den Partybesuchern schrieb ein Angestellter des Amtes die Gäste mit einer E-Mail an, in der alle Empfänger sichtbar waren. Statt einer Blindkopie (BCC) hatte der Angestellte alle E-Mail-Adressen im Empfängerfeld gesendet.

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Damit erfuhren die Betroffenen nicht nur von einer möglichen Coronainfektion, wegen welcher sie sich dringend testen lassen sollten, sondern auch die E-Mail-Adressen aller anderen Teilnehmenden. Insbesondere bei Adressen mit Klarnamen wurden die Accountinhaber über die E-Mail goutet. Auch Ort und Datum wurden in der E-Mail genannt.

"Dafür möchten wir uns in aller Form bei den betroffenen Personen entschuldigen", sagte eine Sprecherin des Bezirksamtes zu Heise.de. Die Kontaktnachverfolgung werde aktuell durch die steigenden Fallzahlen bei weitgehenden Lockerungen der Coronamaßnahmen immer schwieriger. Die Beschäftigten stünden "unter einem hohen Druck", dennoch müsse der Datenschutz natürlich gewahrt werden.

Sex-Shaming ist ein gesellschaftliches Problem

"Als Konsequenz haben wir unsere Abläufe dahingehend angepasst, dass so ein Vorfall technisch nicht mehr möglich ist", erklärte die Sprecherin. Die Folgen des Vorgangs sind noch unklar. Die Berliner Datenschutzbeauftragte prüft den Fall bereits.

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Laut der Webseite der Veranstaltung galt die 2G-Regelung, nur Geimpfte und Genesene durften die Party besuchen. Zudem mussten die Besucher einen Lichtbildausweis mitbringen und wurden anschließend über einen "persönlichen Berghain-Pass" nachverfolgt.

Der queere Klimaaktivist Tadzio Müller sieht das eigentliche Problem jedoch in der Gesellschaft: "Nicht der Behördenfehler ist das Problem (wer kennt den CC- anstatt BCC-Fehler nicht?), sondern die Gesellschaft, in der man 'sich für Sex schämen muss'", kommentiert er den Fall auf Twitter.

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bofhl 05. Nov 2021

Du verkennst da einiges - nicht das es diese Mails gab ist das Problem, sondern die...

treysis 01. Nov 2021

Manchmal hat man aber auch Korrespondenz mit mehreren externen Partnern.

Joblow 31. Okt 2021

Ich finde es erstaunlich das man auf einer Sex Party sich sorgen um Corona macht...

gumnade 31. Okt 2021

Würde man den Spruch auch vom Stapel lassen, wenn es um eine Selbsthilfegruppe geht? Also...



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