Bericht: Offenbar "großer Exodus" von Entwicklern bei Ubisoft

Bei Ubisoft gibt es offenbar so viele Kündigungen von Arbeitnehmern, dass die Belegschaft inzwischen einen internen Begriff für das Phänomen gefunden hat: "der große Exodus" . Das berichtet das Magazin Axios(öffnet im neuen Fenster) unter anderem mit Bezug auf ehemalige und aktuelle Mitarbeiter.
Von den 25 Personen, die zuerst in den Credits von Far Cry 6 genannt werden – die also besonders wichtig für das Projekt waren -, haben laut Axios inzwischen fünf gekündigt. Im Team von Assassin's Creed Valhalla sollen 12 der 50 wichtigsten Entwickler gegangen sein; ein 13. sei inzwischen zurückgekehrt.
Neben leitenden Entwicklern sollen auch rund 60 Angestellte der mittleren und unteren Ebene gekündigt haben – das sollen unter anderem Auswertungen von LinkedIn zeigen.
Laut dem Netzwerk hätten in den vergangenen zwölf Monaten rund zwölf Prozent der angemeldeten Belegschaft von Ubisoft einen Jobwechsel vollzogen. Das klingt viel – ist aber weniger als bei Activision Blizzard (16 Prozent). Bei EA sind es rund neun Prozent, bei Take Two rund acht Prozent und bei Epic Games rund sieben Prozent.
Es gibt wohl mehrere Gründe für die hohe Fluktuation. Eine wesentliche Ursache ist offenbar, dass die Konkurrenz es bei Ubisoft relativ einfach hat, Beschäftigte abzuwerben: Die Gehälter bei dem Publisher sind wohl nicht konkurrenzfähig.
Ein Programmierer hat laut Axios gesagt, dass er sein Nettogehalt durch einen neuen Arbeitsplatz mal eben verdreifachen konnte. Ubisoft hatte im November 2021 angekündigt, die Gehälter der Beschäftigten in Kanada massiv zu erhöhen. Teilweise soll die Bezahlung um rund 20 Prozent aufgestockt worden sein.
Dazu kommt offenbar das immer schlechtere Image von Ubisoft als Arbeitgeber. In den vergangenen Monaten gab es mehrere Berichte über ein schlechtes Betriebsklima, einige Manager mussten die Firma unter anderem wegen Mobbing von Mitarbeitern und wegen sexueller Übergriffe verlassen.
Ubisoft und das Firmenimage
Dazu kommen oft Spott und Kritik aus der Community, zuletzt etwa wegen der unbeliebten Integration von NFTs in Ghost Recon Breakpoint. Allerdings sollen laut Ubisoft bei firmenweiten Befragungen keine allzu negativen Werte aufgefallen sein (normalerweise wird so etwas anonym durchgeführt – ob es hier auch so war, ist nicht bekannt).

Ubisoft hat Mitte Dezember 2021 ein Remake von Splinter Cell angekündigt. Auffällig war bei der Vorstellung, dass das Team ausdrücklich um Bewerbungen von Entwicklern gebeten hat, die mit an dem Titel arbeiten wollen.



