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Bergbau auf dem Mond: Startups bereiten sich auf Rohstoffgewinnung vom Mond vor

Die US- Raumfahrt -Unternehmen Interlune und Astrolab wollen bereits ab Sommer 2026 Helium-3 auf dem Mond kartieren. Der Mondbergbau soll in den 2030ern folgen.
/ Patrick Klapetz
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Illustration vom Flip-Rover von Astrolab auf dem Mond (Bild: Astrolab)
Illustration vom Flip-Rover von Astrolab auf dem Mond Bild: Astrolab

Das Rohstoff-Start-up Interlune und das Raumfahrtunternehmen Astrolab haben eine weitreichende Kooperation angekündigt. Sie wollen gemeinsam die Technologie für den Abbau von Helium-3 auf dem Mond entwickeln und zudem eine notwendige Infrastruktur für eine dauerhafte Präsenz im All schaffen.

Damit rückt neben der wissenschaftlichen Nutzung des Mondes auch die wirtschaftliche Nutzung weiter in den Fokus. Interlune ist auf die Gewinnung natürlicher Ressourcen im Weltraum spezialisiert und stellte bereits Konzepte für große elektrische Erntemaschinen ( Harvester ) vor, die den Mondboden durchpflügen sollen.

Seine neuartigen Grabungs- und Extraktionstechnologien wird das Unternehmen in das Flex-Mondfahrzeug ( Flexible Logistics and Exploration(öffnet im neuen Fenster) ) von Astrolab integrieren. Der Rover ist ungefähr so groß wie ein Kleinbus und kann drei Kubikmeter an Nutzlast sowie zwei Personen transportieren.

Helium-3 im Mittelpunkt des Mondbergbaus

Insbesondere Helium-3 steht im Zentrum der Ressourcengewinnung. Dieses Isotop tritt auf der Erde selten auf, kommt auf dem Mond jedoch in großen Mengen im Regolith (Mondstaub) vor.

Zudem gilt Helium-3 als Hoffnungsträger für die zukünftigen Anwendungen in der Quanteninformatik und zur Energiegewinnung mittels Kernfusion. Für die erste Generation an Fusionskraftwerken, die meist auf Deuterium-Tritium setzen, ist es weniger relevant. Interlune unterzeichnete bereits mit Bluefors einen Vertrag(öffnet im neuen Fenster) für Quantencomputerkühlung.

"Zuverlässige, autonome Mobilität ist entscheidend für das Erntesystem von Interlune" , teilt Rob Meyerson mit, der Mitbegründer und CEO von Interlune. Das Ziel ist der Aufbau einer ganzen Flotte elektrischer Ernteroboter, die den Mondboden effizient verarbeiten.

Schaffung einer Infrastruktur auf dem Mond

Die jetzige Kooperation geht jedoch über den reinen Abbau von Rohstoffen hinaus. Die mobilisierte Grabungstechnik soll auch dazu eingesetzt werden, das Gelände für künftige Mondbasen vorzubereiten. Dadurch können Landeplätze errichtet werden, Straßen und Schutzwälle gebaut und die allgemeine Standortvorbereitung für kommerzielle und staatliche Kunden vorbereitet werden.

Langfristig plant Interlune auch andere Ressourcen wie industrielle Metalle, seltene Erden und Wasser zu gewinnen, um eine autarke Weltraumwirtschaft zu unterstützen. Die ersten industriellen Mengen an Helium-3 sollen laut aktueller Planung in den 2030er Jahren zur Erde zurückgeführt werden. Erste kleinere Lieferungen sind bereits für Ende der 2020er Jahre für das US-Energieministerium geplant(öffnet im neuen Fenster) , vermutlich um das Jahr 2028/29 .

Zuerst Flip, dann Flex

Einen genauen Starttermin für die Mission gibt es bisher nicht. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die großen Erntemaschinen mit einer zukünftigen Starship-Mission ins All und mit einer Landefähre von Astrobotic zum Mond gebracht werden. Damit wäre ein Start in den Jahren 2027 oder 2028 denkbar.

Zuvor soll jedoch der Flip-Rover(öffnet im neuen Fenster) (Lunar Innovation Platform) von Astrolab(öffnet im neuen Fenster) zum Mond aufbrechen. Interlune entwickelte dafür gemeinsam mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa eine Spektralkamera, mit der man die Konzentration von Helium-3 über den Umweg der Titankonzentration im Ilmenit vor Ort präzise kartieren soll. Der Flip-Rover soll mit der Griffin Mission One (Griffin-1) von Astrobotic starten und in der Nobile-Region des südlichen Mondpols landen. Der Start der Mission soll frühestens im Juli 2026 erfolgen .


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