Bringt KI die Bedienungswende?
Womit wir beim aktuellen Elefanten im Raum wären, der Nutzung von KI als Benutzerinterface: Intelligente Computer, die alles auf Zuruf erledigen – wie praktisch wäre das? Das Siri-Versprechen, endlich eingelöst durch OpenAI und seinen Mitbewerben. Und tatsächlich ist die Leistung der Sprachsteuerung von ChatGPT und Co. bemerkenswert: Natürliche Unterhaltungen mit künstlichen Intelligenzen sind schon seit einiger Zeit möglich, wenn auch mit Vorsicht zu genießen .
Künftig soll KI sogar den Rechner steuern: OpenAI akquirierte just die dafür gedachte Software Sky(öffnet im neuen Fenster) . Und dank des quelloffenen Model Concept Protocol(öffnet im neuen Fenster) soll der Datenaustausch zwischen LLMs und lokalen Computern und Datenquellen künftig standardisiert und transparent erfolgen, mit dem Ziel, die KI sprechend für Arbeiten zu beauftragen, die sie dann selbständig ausführt. Das beinhaltet natürlich allerlei lokale Freigaben für die LLM, und wie immer, wenn User und Big Data aufeinandertreffen, sind hier Datenschutzprobleme programmiert . Der MCP-Standard versucht zwar, diese abzufangen, doch ob das in der Praxis immer gelingt, ist fraglich.
Gehirn-Computer-Interfaces als nächster Schritt?
Gemeinsam haben derzeit alle Mensch-Maschine-Interfaces, dass der Datenaustausch zwischen Mensch und Computer auf Hilfsmittel angewiesen ist. Seien es Maus und Tastatur, sei es der Touchscreen, seien es Smart-Glasses oder andere Geräte. Sprache schön und gut, aber auch die ist nur ein Herunterbrechen eines Gedankens in ein festes Schema – und die Formulierung bestimmt oft das Ergebnis, Missverständnisse sind programmiert. Warum also nicht gleich den Computer Gedanken lesen lassen? Auftritt: Neuralink, Elon Musks Gehirn-Computer-Schnittstelle . Dazu wird ein kleiner Chip im Gehirn implementiert, der die Steuerung per Gedanken ermöglichen soll. Gelähmte Personen können mit Neuralink Computer steuern, sogar Spiele spielen.




Die Hürde, sich einen Chip ins Gehirn setzen zu lassen, ist natürlich enorm. Hinzu kommt die Bindung an ein Unternehmen, das, wenn es pleite geht, möglicherweise auch die Funktion der Implantate einstellt. So 2022 geschehen bei der Retina-Implantat-Firma Second Sight(öffnet im neuen Fenster) .
Fazit: Maus, Touchpad und Tastatur bleiben das Maß aller Dinge
Doch egal, um welche zukünftige oder aktuelle Benutzerschnittstelle es sich handelt: Keine ist so effizient wie die Tastatur-Maus-Kombination an der Desktop-Metapher. Das ist zwar im minimalistischen Kontext nicht optimal – gleich zwei Peripheriegeräte sind notwendig, um den Computer zu steuern. Doch in der Praxis ist diese inzwischen selbst für Consumer über 40 Jahre alte Eingabemethode das Optimum an Funktionalität und Einfachheit. Daran wird auch KI nichts ändern. Schließlich ist gesprochene Sprache, im Vergleich zur Möglichkeit, Gedanken und Code direkt über eine Tastatur in den Rechner zu hacken, äußerst ineffizient.
Dass die Tastatur als Dreh- und Angelpunkt der Computerarbeit noch lange nicht tot ist, zeigt übrigens auch das HP Eliteboard G1a , das kürzlich vorgestellt wurde: Das greift das Heimcomputer-Design der 1980er wieder auf – und geht damit zurück an die Wurzeln des heutigen Computerzeitalters.