Benchmark: SPEC CPU 2017 veröffentlicht

Die Standard Performance Evaluation Corporation (SPEC) hat den neuen SPEC CPU 2017(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt. Der Benchmark der Non-Profit-Organisation ist für Server-Prozessoren gedacht und umfasst allerhand Gleitkomma- sowie Integer-Messungen, mit denen die Leistungsfähigkeit von CPUs verglichen wird. Der bisherige SPEC CPU 2006 ist eines der Standardwerkzeuge für leistungsstarke Systeme, egal ob mit ARM-, Power-, Sparc- oder x86-Architektur.
Beim neuen SPEC CPU 2017 sind vier sogenannte Suiten enthalten: SPECspeed 2017 Integer, SPECrate 2017 Integer, SPECspeed 2017 Floating Point und SPECrate 2017 Floating Point. Die beiden Speed-Varianten messen die Zeit bei Gleitkomma- und Integer-Berechnungen, die Rate-Pendants den Durchsatz. Jeder der vier Suiten enthält mehrere einzelne Tests, insgesamt sind es 43. Im Integer-Bereich gibt es unter anderem einen GNU-Compiler, einen Perl-Interpreter, Video-Kompression und einige AI-Berechnungen wie Monte Carlo. Bei den Gleitkomma-Benchmarks finden sich 3D-Rendering, Fluid- und Moleküldynamik, optische Tomografie, Ray-Tracing und Wettervorhersagen.
32 Kerne statt Dualcores
Mit der neuen Benchmark-Unterteilung und den Workloads an sich will die SPEC einen Test anbieten, der heutige und kommende CPUs misst. Vor über einem Jahrzehnt waren im Server-Segment noch AMDs K9-Opterons und Intels Netburst-Xeons mit jeweils zwei Kernen aktuell, noch in diesem Jahr bringen beide Hersteller ihre Modelle mit 32 (Naples) und 28 (Skylake-SP) Kernen in den Handel. Zudem gibt es noch IBMs Power9, und erste ARM-Designs mit sehr vielen Cores befinden sich in Entwicklung. Parallel zur Anzahl der Kerne und deren Rechenleistung ist auch die Datentransferrate massiv gestiegen: Sechs oder acht Kanäle für DDR4-Speicher sind mittlerweile üblich.
Wie üblich dauert ein voller Durchlauf des Benchmarks viele Stunden, für SPEC CPU 2017 benötigt ein Dual-Sockel-System locker einen halben Tag. Dem voraus geht das Kompilieren der Suites, die als Quellcode vorliegen. Erste Ergebnisse sind bereits online(öffnet im neuen Fenster) , wenngleich abseits des historischen Vergleichsystems (ein Sun Fire V490) bisher nur einige Intel-Server gelistet werden.
SPEC CPU 2017 kostet zwischen 250 und 1.000 US-Dollar.