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Benchmark im Test: Fertiger 3DMark fordert Android-Geräte

Futuremark hat die Entwicklung von 3DMark für Android abgeschlossen. Der plattformübergreifende Benchmark bietet nur den Ice-Storm-Test, doch der lief bei einigen Geräten unseres Testfundus nicht ohne Probleme.
/ Andreas Sebayang , Tobias Költzsch
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3DMark für Android ist fertig. (Bild: Futuremark/Screenshot: Golem.de)
3DMark für Android ist fertig. Bild: Futuremark/Screenshot: Golem.de

Futuremark hat nun die Android-Version seines neuen 3DMark fertiggestellt. Der sollte nun systemübergreifende und vergleichbare Benchmarks ermöglichen. Für diese Tests hat Futuremark den Ice-Storm-Benchmark gewählt. Den gibt es in den Default-Einstellungen (720p) und im fordernden Extreme-Modus. Hier muss das Gerät mit der internen Grafik eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln sowie eine höhere Texturauflösung beherrschen. Dieser Test sorgt bei allen Geräten für drastische Einbußen und kann nur von High-End-Androiden flüssig dargestellt werden. Der Test selbst ist in vier Teile aufgeteilt: einen Demo-Modus, der das Ergebnis nicht beeinflusst und die Hardware nicht ganz so extrem beansprucht, zwei Grafiktests und einen Physik-Test. Für die Videoaufnahme wurde das HTC One benutzt, das beim Abgreifen des HDMI-Signals die Bildrate auf 24 FPS beschränkte.

3D Mark für Android ausprobiert (April 2013)
3D Mark für Android ausprobiert (April 2013) (04:14)

Interessant sind dabei die sehr unterschiedlichen Ergebnisse der Geräte. Ein aktuelles Android-Gerät kann durchaus fünf Mal so schnell wie ein nur ein Jahr altes Gerät sein. In der Android-Welt gab es recht deutliche Veränderungen bei der Leistungsfähigkeit. Deutlich mehr als beispielsweise im PC-Bereich. Auf allen Geräten zeigte sich der Benchmark übrigens recht konsistent, was die Werte angeht. Ob das Gerät nun ohne Booten vermessen wurde oder nach einem frischen Reboot: Schwankungen von mehr als 4 Prozent waren nicht zu sehen. Diese Schwankungen sind in erster Linie beim Extreme-Benchmark zu sehen. Der Default-Benchmark von Ice Storm ist deutlich stabiler. Beides sind insgesamt für Testzwecke gute Werte.

Auf unserem Galaxy Tab 7.0 Plus N, das wir vor etwas über einem Jahr testeten , ruckelt der 3DMark ziemlich deutlich. Die Bildrate in der Demo ist selten über 12 fps. Das Galaxy Tab 7.0 Plus N erreicht gerade mal 1.590 Punkte im Default- und 1.209 Punkte im Extreme-Modus. Das erst vergangene Woche getestete HTC One ist derzeit eines der schnellsten Geräte in der Redaktion. Mit Werten von 10.770 beziehungsweise 6.369 Punkten ist das HTC One fast sieben Mal beziehungsweise rund fünf Mal schneller als das Galaxy Tab. Zumindest 3D-technisch gehört das Galaxy Tab 7.0 Plus N damit zu den Altgeräten.

Die weiteren Werte sind der folgenden Tabelle zu entnehmen. Getestet wurde jeweils im Benchmark Ice Storm mit den Default- (720p) und Extreme-Einstellungen (1080p). Die Benchmarks Cloud Gate und Fire Strike sind der Windows-Plattform vorbehalten und fehlen deswegen hier. Die Windows-Werte sind unserem Windows-Test entnommen .

3DMark-Testwerte
Gerät Default Extreme Android Anmerkungen
Galaxy Tab 7.0 Plus N 1.590 Punkte 1.209 Punkte 4.0.4
Razr i 2.461 Punkte 1.187 Punkte 4.1.2 Besonders starker Einbruch
im Extreme-Benchmark
Nexus 7 3.512 Punkte 1.893 Punkte 4.2.2 Ressourcen wurden kopiert.
Siehe Text.
Xperia T 6.432 Punkte 3.583 Punkte 4.1.2
Nexus 10 8.064 Punkte 5.448 Punkte 4.2.2
HTC One 10.770 Punkte 6.369 Punkte 4.1.2
Nexus 4 11.396 Punkte 6.373 Punkte 4.2.2 Ressourcen wurden kopiert.
Siehe Text.
Galaxy S3 - - 4.1.2 Gerät stürzt während des
Benchmarks ab.
PC mit GTX-580 119.690 Punkte - Windows 7 x64 Core i7-975X, 6 GByte RAM
Asus P6T Deluxe

Überrascht haben uns vor allem die Ergebnisse des Razr I. Es zeigt den stärksten Einbruch beim Wechsel von der Default- auf die Extreme-Einstellung und ist damit sogar langsamer als das Galaxy Tab 7.0 Plus N. Die Ergebnisse des Motorola-Smartphones überraschen etwas, zeigen aber: Nur weil ein Gerät eine schnelle CPU hat, heißt das nicht, dass ein Gerät auch zum Spielen geeignet ist. Mit einem aktuellen Spiele-PC können übrigens selbst die beiden schnellsten Smartphones mit über 10.000 Punkten nicht mithalten. Der Windows-Rechner ist immer noch zehnmal so schnell wie die Geräte von Google und HTC. Von den getesteten Geräten machten zudem einige Probleme während des Ausprobierens von 3DMark.

Inkompatibilitäten und Downloadprobleme

Die Fragmentierung von Android-Geräten wirkt sich offenbar auch auf unseren Fundus aus. Auf erstaunlich vielen Geräten lief der Benchmark nicht. Überrascht hat uns das Downloadproblem beim Nexus 4. Zwar ließ sich der Benchmark installieren, doch beim Download der benötigten Dateien wollte das Smartphone nicht mehr weiterarbeiten. Wir wissen nicht, warum es nicht klappte, denn andere haben Ergebnisse mit dem Nexus 4 bekommen. Mit dem Nexus 7 hatten wir dieselben Probleme. Auch der Wechsel des Routers half nichts. Wir konnten aber einfach die Dateien von einem der funktionierenden Geräte kopieren. Die Messwerte für das Nexus 4 und Nexus 7 sind damit allerdings unter Vorbehalt.

Das Motorola Razr I schaffte den Download. Allerdings brach der Benchmark zunächst mit einer Fehlermeldung mit dem Hinweis auf Inkompatibilität ab. Es genügte hier aber, den Demo-Modus abzuschalten. Das Razr I ist eines der wenigen Android-Geräte mit Intels Atom-basiertem System-on-a-Chip. Das Galaxy S3 wollte gar nicht mitarbeiten und brach ohne Fehlermeldung während des Tests ab. Das Gerät ist gerootet, arbeitet aber mit Stockfirmware. Dasselbe Problem hatten wir zunächst mit einem Xperia T. Nur dass dieses Gerät nicht gerootet ist. Hier reichte es aber wiederum, den Demoteil einfach abzuschalten.

Der Download ist zweigeteilt und recht groß. Das eigentliche .apk, das uns zur Verfügung gestellt wurde, ist nur rund 40 MByte groß. Es handelt sich aber eigentlich nur um einen Installer, der dann rund 250 MByte aus dem Netz nachlädt. Futuremark sollte in Kürze den Download-Link auf seiner 3DMark-Seite bekannt geben(öffnet im neuen Fenster) Aufgrund des grafisch aufwendigen Benchmarks verwundert die Größe aber nicht. Zum Vergleich: Der kürzlich auf Version 1.05 aktualisierte Benchmark Epic Citadel ist rund 150 MByte groß und belegt etwa 180 MByte Speicher.

Die Android-Fassung ist die erste für mobile Geräte. Für Windows RT und iOS soll ebenfalls noch eine Version erscheinen. Die Windows-Version ist bereits Anfang Februar 2013 erschienen und wurde von uns ausführlich getestet .


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