Benchmark: Antutu X tarnt sich als normale App
Der für den gleichnamigen Android-Benchmark bekannte Hersteller Antutu hat bekanntgegeben, eine angepasste Version der Testsuite veröffentlichen(öffnet im neuen Fenster) zu wollen. Die Version nennt sich Antutu X und gaukelt dem Smartphone oder Tablet vor, eine normale App und kein Benchmark zu sein. Hintergrund sind manipulierte Messungen zugunsten eines besseren Ergebnisses auf Kosten der Leistungsaufnahme, im Alltag arbeiten die Geräte jedoch langsamer.
So taktet Samsungs Exynos 5 Octa im Galaxy S4 seine Grafikeinheit mit 532 statt der üblichen 480 MHz. Die höhere Frequenz liegt allerdings nur bei bestimmten Benchmarks an, was die Resultate in populären Tests messbar erhöht – die Akkulaufzeit leidet durch den gesteigerten Takt und die damit einhergehende Spannung. Auch das Galaxy Note 3 hatte Samsung mit einem Benchmarkboost versehen, per Anwendungserkennung taktet das Tablet seine CPU-Kerne auf konstant 2,3 GHz.
Manchmal ist es aber auch die Software selbst, die für zu hohe Werte verantwortlich ist: So überholte Intels Atom Z2580 im Antutu-Test mit der Versionsnummer 3.2.2 Qualcomms Snapdragon 800 deutlich, die Revision 3.3.2 hingegen zeigte 20 Prozent weniger Punkte(öffnet im neuen Fenster) an. Hintergrund war die Kompilierung des Benchmarks durch den Intel C++ Compiler (ICC) statt wie üblich durch die GNU Compiler Collection (GCC), der es dem Atom ermöglichte, bestimmte Tests schneller zu berechnen – mittlerweile hat Antutu wieder für gleiche Verhältnisse gesorgt.
Der neue Antutu X nutzt laut seinen Entwicklern mehrere Techniken, um von Smartphones und Tablets nicht als Benchmark erkannt zu werden. Dadurch sollen nur die Frequenzen anliegen sowie Kerne aktiv sein, wie in normalen Apps oder Spielen auch. Samsung Electronics entwickelt derzeit zusammen mit Huawei, OPPO, Broadcom und Spreadtrum den Mobilebench . Dieser soll künftig zum Industriestandard werden. Es bleibt abzuwarten, ob das Benchmark-Gremium nicht wie beispielsweise die Bapco unter einem Ungleichgewicht der vertretenen Firmen und deren Interessen leidet.
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