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Bemannter Raumflug: Nasa verliert Vertrauen in Boeings Starliner

Eine Anpassung des Vertrages und ein geringeres Volumen zeigen, dass weiterhin Probleme mit dem Raumschiff von Boeing behoben werden müssen.
/ Mario Petzold
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Boeing Starliner-1 beim Anflug auf die ISS (Bild: Nasa)
Boeing Starliner-1 beim Anflug auf die ISS Bild: Nasa

Wie die Nasa(öffnet im neuen Fenster) mitteilt, gab es eine Veränderung im Vertrag zwischen der US-Weltraumbehörde und dem Luftfahrtkonzern Boeing. Die Anzahl der bemannten Flüge in den Erdorbit wurde auf vier konkretisiert. Der nächste Flug, der nicht vor April 2026 stattfinden soll, werde darüber hinaus ausschließlich ein Frachtflug ohne Crew sein.

Anders als vielfach berichtet, sei damit die Anzahl der Flüge nicht von sechs auf vier verringert worden. Denn bisher seien bis zu sechs Flüge mit Besatzung lediglich in Aussicht gestellt worden. Das wurde nun auf vier bemannte Missionen festgelegt. Zwei weitere Flüge seien optional.

Finanzielle Einschnitte

Laut Reuters (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) verringert sich dadurch auch das Vertragsvolumen. Ursprünglich hätte die Nasa bis zu 4,5 Milliarden US-Dollar auszahlen müssen. Diese Summe würde jetzt bei maximal 3,7 Milliarden liegen.

Allerdings seien bereits 2,2 Milliarden US-Dollar ausgezahlt worden, was aus Vertragsunterlagen hervorgehen soll. Dabei ist Starliner-1 erst dreimal abgehoben und nur eine der Missionen gilt als erfolgreich. Insgesamt vier sollen nun noch folgen.

Unbemannten Flug abwarten

Voraussetzung für die drei weiteren bemannten Flüge soll jedoch sein, dass Starliner-1 von der Nasa als sicher eingestuft wird und der unbemannte Flug erfolgreich ist. Anschließend könnten die drei weiteren Flüge mit Crew eingeplant werden. Ob im Anschluss weitere folgen werden, soll auch von der Zukunft der ISS abhängig sein, deren Betrieb nach 2030 noch nicht gesichert ist.

Somit hängt die Reduzierung der sicher zu vergebenden Missionen vor allem mit der Verzögerung im Zeitplan von Boeing zusammen. Der erste bemannte Flug des Starliners endete beinahe mit einer Kollision , da mehrere Triebwerke ausfielen.

Damit liegt Boeing klar hinter SpaceX zurück, die im Jahr 2014 parallel mit der Bereitstellung eines Raumtransporters beauftragt wurden und seit 2020 ins All fliegen. Gleichzeitig betont die Nasa jedoch die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Boeing, um die Abhängigkeit von einem einzigen System zu verhindern.


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