Bemannte Raumfahrt: Esa liefert ein zweites Servicemodul für Orion

Europa fliegt bemannt zum Mond: Die Esa wird das Versorgungsmodul für den ersten bemannten Flug um den Mond der Raumfähre Orion liefern. Das hat die Europäische Raumfahrtagentur mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa vereinbart

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Europäisches Servicemodul: Die Größe der Besatzung steht noch nicht fest.
Europäisches Servicemodul: Die Größe der Besatzung steht noch nicht fest. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Bei seinem ersten bemannten Flug zum Mond wird der Raumtransporter Orion ein in Europa gebautes Versorgungsmodul dabei haben. Die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) hat die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) mit dem Bau des Moduls für den Flug Anfang der 2020er-Jahre beauftragt.

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Das Orion Multi-Purpose Crew Vehicle ist das Raumfahrzeug, mit dem die Nasa künftig wieder bemannte Missionen über die niedrige Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, Leo) hinaus durchführen möchte.

Die Europäer liefern Luft und Schub

Das Europäische Servicemodul (ESM) wird die Astronauten während des Flugs mit Energie, Wasser und Atemluft versorgen und die Temperatur in der Kapsel regeln. Außerdem dient es als Antrieb, wenn die zweite Raketenstufe abgetrennt wurde. Es wird am Ende der Reise abgetrennt und beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen.

  • Das Europäische Servicemodul für die Raumkapsel Orion wird derzeit bei Airbus in Bremen montiert. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Servicemodul sitzt unter der Mannschaftskapsel. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Derzeit ist nur die Struktur auf einem Gerüst zu sehen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Rund 25.000 Komponenten sollen in den kommenden Monaten integriert werden. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Blick in das Innere der Struktur ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... und auf den Deckel. Der Durchmesser beträgt 4 Meter. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Anfangs wird noch in der Halle gearbeitet. Ab Juli geht es im Reinraum weiter. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Ein eigener Kühlschrank für Teile des Moduls. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Model von Orion: Das Servicemodul ist Antriebsstufe ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... und Versorgungsmodul: Es enthält Lebenserhaltungssysteme. Die Solarmodule liefern Strom. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Entscheidung, die Europäer zu beteiligen, sei nicht schwer gefallen. Beide Seiten arbeiteten seit langem gut zusammen, sagt Jim Free von der Nasa. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Esa-Chef Jan Wörner braucht die Unterstützung der Esa-Mitgliedstaaten für weitere Missionen des Moduls. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Bremens Bürgermeister Carsten Sieling will ihn unterstützen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Das Europäische Servicemodul für die Raumkapsel Orion wird derzeit bei Airbus in Bremen montiert. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Voraussichtlich 2021 soll die Mission starten: Das Gespann Orion und ESM wird zum Mond fliegen, ihn drei Mal umrunden und dann zur Erde zurückkehren. An Bord werden bis zu vier Astronauten sein - die Größe der Besatzung steht noch nicht fest.

Das erste ESM fliegt in zwei Jahren

Ein erstes ESM liefert die Esa für den ersten Mondflug von Orion. Es wird bei Airbus in Bremen gebaut und soll Anfang kommenden Jahres in die USA transportiert werden. Der Mondflug ist für Ende des Jahres 2018 geplant. Die Mission wird unbemannt sein und soll etwa einen Monat dauern.

Das ESM ist das erste Modul für eine bemannte US-Raumfahrtmission, das nicht in den USA gefertigt wird. Grund für die Zusammenarbeit sind unter anderem die Kosten. "Wir können das nicht allein machen", sagte Jim Free, Leiter des John Glenn Research Center der Nasa in Cleveland im Bundesstaat Ohio, im Mai Golem.de. "Außerdem brauchen wir die Ideen, die aus einer internationalen Zusammenarbeit entstehen."

Die Nasa erkennt die Erfolge der Esa an

Dass die Nasa mit der Esa kooperiert ist einigen erfolgreichen Raumfahrtmissionen der Europäer zu verdanken, wie die Landung des Fahrzeugs Huygens auf dem Saturnmond Titan 2005 oder die Rosetta-Mission mit der Landung von Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko.

Wichtig waren außerdem die fünf Automated Transfer Vehicles (ATV), die Versorgungsgüter zur Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) brachten und automatisch an die Station andockten.

Das ATV sei ein sehr gutes Raumfahrzeug gewesen, das auch sehr gut als Antriebsstufe funktionierte. Das ESM, das ebenfalls als Antriebsstufe dienen werde, sei die logische Weiterführung, sagte Free.

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