Bemannte Raumfahrt: Der Tag, an dem Menschen ins All flogen

Am 12. April 1961, vor 61 Jahren, flog erstmals ein Mensch ins All. Exakt 20 Jahre später schickte die Nasa das erste Spaceshuttle auf die Reise.

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Raumfahrtpionier Juri Gagarin: 20 Jahre nach seinem Flug startete das erste Spaceshuttle.
Raumfahrtpionier Juri Gagarin: 20 Jahre nach seinem Flug startete das erste Spaceshuttle. (Bild: Keystone/Getty Images)

Es hatte doch noch gereicht: Um 14 Uhr saß der Autor bei seiner Großmutter vor dem Fernseher und verfolgte, wie im US-Bundesstaat Florida das erste wiederverwendbare Raumfahrzeug startete. Es war der 12. April 1981 - nicht der erste 12. April, der ein wichtiges Datum in der bemannten Raumfahrt darstellte.

Inhalt:
  1. Bemannte Raumfahrt: Der Tag, an dem Menschen ins All flogen
  2. Gagarin fliegt ins All

Die Osterferien standen an, und der Teenager sollte zur Großmutter ins Rheinland fahren. Kein Problem - der Start des Spaceshuttles war ja für den 10. April geplant. Doch stoppte die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) den Countdown kurz vor dem Start. Neuer Termin: der Tag der Fahrt zu den Verwandten.

Alles Diskutieren und Protestieren half nichts - die Eltern blieben hart. Doch 1981 war auf die Fahrpläne der Bundesbahn noch Verlass, und so saß er rechtzeitig in Großmutters Wohnküche vor dem Röhrenfernseher und verfolgte den Countdown.

Das Spaceshuttle zog einen Feuerschweif hinter sich her

Um 14 Uhr war es so weit: Nicht so langsam wie die Saturn-V-Rakete ein Jahrzehnt zuvor, die sich im Zeitlupentempo von der Startrampe zu lösen schien. Das Spaceshuttle schoss, einen Feuerschweif hinter sich herziehend, aus einer riesigen Wolke aus Wasserdampf hervor, die seine Triebwerke nach der Zündung produzierten.

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Nach der Mondlandung hatte die Nasa ihr Konzept geändert: Statt mit Einwegraketen flogen die Astronauten jetzt mit einer wiederverwendbaren Raumfähre, die eher einem Flugzeug ähnelte, ins All. Ziel war jetzt der erdnähere Weltraum.

Als Spaceshuttle bezeichnete die Nasa die Einheit aus der Fähre, einem Tank und zwei Feststoff-Booster-Raketen. Diese wurden nach dem Start als Erstes abgesprengt. Sie kehrten an Fallschirmen zur Erde zurück und konnten wiederverwendet werden. Der große Tank mit dem Treibstoff für die Haupttriebwerke verglühte in der Atmosphäre.

Die Geschichte der Raumfahrt

Das Spaceshuttle landete wie ein Flugzeug

Die Fähre selbst kehrte zur Erde zurück und landete wie ein Flugzeug, bei der ersten Shuttle-Mission auf der US-Luftwaffenbasis Edwards in Kalifornien. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verhinderten Keramikkacheln an der Unterseite, dass die Fähre verglühte.

Die Landung war jedoch nicht so bedeutsam: So etwas hatten wir schon mehrfach in der Testphase gesehen: Eine speziell umgebaute Boeing 747 transportierte den Prototyp Enterprise huckepack in die Luft, und der Gleiter segelte dann zur Erde zurück.

30 Jahre lief das Spaceshuttle-Programm: Der 135. und letzte Start fand im Juli 2011 statt. Das Programm war überaus erfolgreich: Die fünf Raumfähren Atlantis, Challenger, Columbia, Discovery und Endeavour brachten Satelliten und das Weltraumteleskop Hubble ins All. Mehrfach wurde Letzteres für Reparatur- und Wartungsarbeiten angeflogen.

Spaceshuttles brachten ab 1998 viele der Komponenten der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) in den Orbit. Später flogen sie die Besatzungen und Versorgungsgüter hinauf. Zuvor hatten die Spaceshuttles auch schon die russische Station Mir angeflogen.

Das Spaceshuttle steht aber auch für die beiden größten Tragödien der US-Raumfahrt: Die beiden ersten Fähren, die Columbia und Challenger, wurden bei Unfällen zerstört. Die Challenger explodierte am 18. Januar 1986, genau 73 Sekunden nach dem Start. Grund waren ein oder mehrere schadhafte Dichtungsringe an einem der Booster. Am 1. Februar 2003 brach die Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander. Ein Schaumstoffteil hatte beim Start den Hitzeschild beschädigt. Alle Mitglieder der je siebenköpfigen Besatzungen kamen ums Leben. Nach den Unfällen pausierte das Spaceshuttle-Programm jeweils für etwa zweieinhalb Jahre.

Die Grundlage für all das wurde aber 20 Jahre früher gelegt, am 12. April 1961.

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Gagarin fliegt ins All 
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