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Belgien: Polizei verteilt Brottüten mit Cybersecurity-Tipps

Gerade ältere Menschen erkennen Onlinebetrug häufig nicht. Belgische Strafverfolger begegnen dem präventiv beim täglichen Brötchenkauf.
/ Marc Stöckel
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In Belgien gibt's zum Brötchenkauf gratis Cybersecurity-Tipps dazu. (Bild: pixabay.com / manfredrichter)
In Belgien gibt's zum Brötchenkauf gratis Cybersecurity-Tipps dazu. Bild: pixabay.com / manfredrichter

Polizeibehörden warnen zwar auf ihren Webseiten und in sozialen Netzwerken immer wieder vor gängigen Betrugsmaschen im Internet, doch kommen diese Warnungen längst nicht bei allen Bürgern an. Die Polizei der belgischen Region Pajottenland begegnet dem mit einer neuen Idee, mit der sie vor allem ältere Menschen erreichen will, die weniger auf Social Media aktiv sind. Dafür werden Brottüten verteilt, auf denen Tipps zum Schutz vor Online-Kriminalität abgedruckt sind.

Wie die belgische Tageszeitung Het Nieuwsblad berichtet(öffnet im neuen Fenster) , warnt die belgische Polizei regelmäßig in sozialen Netzwerken vor Cyberkriminalität. "Aber ein Teil der Bevölkerung ist nicht oder weniger aktiv in diesen sozialen Medien" , erklärte Kommissar Glenn Deherder von der Polizei Pajottenland.

Um auch diese Menschen zu erreichen und vor Online-Betrug und anderen alltäglichen digitalen Gefahren zu warnen, haben die Strafverfolger unter dem Namen "Lass dich nicht hereinlegen" eine neue Kampagne ins Leben gerufen. "Wir haben zehntausend Brottüten mit fünf praktischen Tipps drucken lassen" , so die Polizei. Darauf wird etwa empfohlen, Pin-Codes niemals weiterzugeben und keine Links aus unbekannten Quellen anzuklicken.

Cyberprävention per Brötchenkauf

Die Brottüten wurden Mitte Juli an mehrere lokale Bäckereien und andere Geschäfte verteilt. Mit der Aktion wolle man vor allem Senioren erreichen, heißt es. Menschen über 60 nutzten immer häufiger das Internet, etwa für Terminbuchungen, zum Teilen von Fotos oder für das Onlinebanking. Gleichzeitig sei diese Personengruppe aber besonders anfällig für Phishing, gefälschte Nachrichten, Identitätsbetrug und andere betrügerische Aktivitäten.

Von den belieferten Bäckereien und Geschäften sei die Aktion mit Begeisterung angenommen worden, erklärte Deherder. "So bringen wir den Menschen klare Sicherheitstipps nach Hause, ganz einfach über den täglichen Brötchenkauf" , so der Kommissar weiter.

Auch der britische Cybersecurity-Blogger Graham Cluley hält den Einsatz der Brottüten für eine gute Idee. "Seien wir ehrlich: Deine Großmutter wird keinen Blogbeitrag über bösartige QR-Codes lesen, aber vielleicht liest sie die Seite einer Baguette-Tüte, während sie ihr Mittagessen verspeist" , schreibt er auf Mastodon(öffnet im neuen Fenster) . Manchmal müsse Cybersicherheit "low-tech" sein, um besonders gefährdete Nutzer zu erreichen.


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