Beirat der Bundesnetzagentur: Kunden werden "mit falschen Angaben betrogen"

Seit vier Jahren ergibt die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur dasselbe: Kunden erreichen meist nicht die maximale Datenrate. Ein Beirat hat nun genug.

Artikel veröffentlicht am ,
Ralph Lenkert (Die Linke) sitzt im Beirat der Bundesnetzagentur.
Ralph Lenkert (Die Linke) sitzt im Beirat der Bundesnetzagentur. (Bild: Die Linke)

Spürbare Bußgelder für Telekommunikationsanbieter, die falsche Angaben zu verfügbaren Übertragungsraten machen, hat Ralph Lenkert (Die Linke) gefordert, der im Beirat der Bundesnetzagentur sitzt. "Kunden werden mit falschen Angaben zu verfügbaren Übertragungsraten betrogen. Ein falscher Anbieter, ein falsches Netz bedeuten für die Kunden gerade heute, in Zeiten der Kontaktbeschränkungen für Infektionsschutz, dass Kontakte zu Familie und Freunden sowie die Arbeitsfähigkeit erschwert bis unmöglich werden", erklärte Lenkert am 8. April 2020.

Dass im Festnetz nur 16 Prozent der Anschlüsse die angebotene Übertragungsrate erreichten und bei 30 Prozent nicht einmal die Hälfte erreicht werde, und im Mobilfunk gar nur 1,5 Prozent der Nutzer vertragsgemäße Datenraten und nur 16 Prozent wenigstens die Hälfte des Angebotes erhielten, "ist ein Betrug, der beendet werden muss und für den Telekommunikationsanbieter spürbare Bußgelder verdient haben", sagte Lenkert.

Bundesnetzagentur: "Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern"

Der am Mittwoch vorgelegte Jahresbericht zur Breitbandmessung der Bundesnetzagentur ergab zum vierten Mal in Folge dasselbe Bild. "Gegenüber den Vorjahren zeigen sich erneut wenige Veränderungen. Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen in Aussicht gestellt wurde. Somit besteht nach wie vor Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die meisten Kunden waren dennoch auch im aktuellen Berichtszeitraum mit der Leistung des Anbieters zufrieden (Noten 1 bis 3). Die Ergebnisse der Messung hängen davon ab, welchen Tarif der Nutzer mit dem Anbieter vereinbart hat. Die Messungen lassen keine Rückschlüsse auf Breitbandversorgung zu. Es wird nur geprüft, ob die Anbieter ihren Kunden die vertraglich zugesicherte Bandbreite liefern.

Der Bericht umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019. Insgesamt wurden für stationäre Breitbandanschlüsse 829.426 und für mobile Breitbandanschlüsse 527.558 valide Messungen berücksichtigt.

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katze_sonne 23. Apr 2020

Nur darf die "Minimalangabe" nicht deutlich unter der beworbenen "bis zu"-Angabe liegen...

senf.dazu 21. Apr 2020

Ich glaube nicht das es unmöglich wäre. Auch nicht das es zu teuer wäre. Letztlich ist...

senf.dazu 21. Apr 2020

Eigentlich hatten die hoch und heilig in der Werbung und im Prospekt versprochen das sie...

senf.dazu 21. Apr 2020

So ein Meßverfahren braucht keine Mittelwerte messen - es reicht wenn's hinreichend viele...



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