Beinahe-Kollision: Probleme des Boeing Starliner schon 2022 bekannt
Im Untersuchungsbericht (PDF)(öffnet im neuen Fenster) zu den Problemen des astronautischen Flugs mit dem Boeing-Raumschiff Starliner zur ISS im Jahr 2024 benennt der neue Nasa-Chef Jared Isaacman auch Managementfehler als Ursache. Zudem wird der Vorfall in der höchsten Unfallkategorie einsortiert, wobei diese schon bei einem Schaden von 2 Millionen Dollar erreicht ist.
Die Gefahr eines Ausfalls der Steuerdüsen , was 2024 nur mit viel Glück nicht zu einem Abbruch des Andockmanövers oder sogar einer Kollision mit der ISS führte, hätte dem Bericht zufolge schon viel früher entdeckt werden müssen. Auf dem zweiten Flug des Starliner im Jahr 2022 fielen demnach drei Düsen des Servicemoduls aus. Die Mission wurde aber als Erfolg bewertet.
Mangelhafte Fehlerkultur
Im Schreiben von Jared Isaacman(öffnet im neuen Fenster) an die Belegschaft der Nasa wirft er den damals Verantwortlichen von Boeing und innerhalb der Raumfahrtbehörde vor, nicht intensiv genug nach den Ursachen für die Ausfälle geforscht zu haben. Bei dem Flug der Besatzung zur ISS traten identische Probleme an gleicher Stelle erneut auf.
Offenbar war der Erfolgsdruck nach immer neuen Verzögerungen durch technische Probleme zu groß. Am Ende musste die Crew des Starliner neun Monate auf der Raumstation bleiben und wurde erst im Mai 2025 mit einer Kapsel des Boeing-Konkurrenten SpaceX sicher zur Erde gebracht.
Zu langes Festhalten an Boeing
Insgesamt ist auffällig, dass die Nasa nach dem fast gescheiterten Andocken zunächst an einer möglichen Rückkehr der beiden Astronauten mit dem Starliner festhielt. Auch beim Wiedereintritt in die Atmosphäre wären die Steuerdüsen entscheidend gewesen.
Zu dieser Zeit war längst bekannt, dass ein verlängerter Aufenthalt und eine Rückkehr auf anderem Weg möglich war. Auch die Umstände beim Flug zur ISS gelangten erst an die Öffentlichkeit, als die beiden Gestrandeten wieder auf der Erde angekommen waren.
Ein halbes Jahr später, im November 2025, entschied die Nasa, das Vertragsvolumen mit Boeing zu verringern und erfolgsabhängiger zu gestalten.
- Anzeige Hier geht es zur Internationalen Raumstation ISS von Lego bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.