Beijing Kunlun Technology: Chinesische Eigner verkaufen Grindr wegen Druck aus USA

Die USA haben durchgesetzt, dass Beijing Kunlun Technology die beliebte Dating App Grindr verkaufen musste. Es gab jedoch tatsächlich schwere Datenschutzverstöße.

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Symbol der App von Grindr
Symbol der App von Grindr (Bild: Leon Neal/Getty Images)

Der chinesische Gaming-Konzern Beijing Kunlun Technology verkauft die beliebte Dating-App Grindr für etwa 608 Millionen US-Dollar. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens an der Shenzhen Stock Exchange hervor. Der Verkauf der App für schwule, bisexuelle und transsexuelle Männer geschah auf Druck der USA, deren Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) den chinesischen Besitz der App als Risiko für die nationale Sicherheit einstufte.

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Die App wurde ursprünglich in den USA entwickelt. Beijing Kunlun Technology hatte die Mehrheitsanteile an der App, die 27 Millionen Nutzer hat, im Jahr 2016 für 93 Millionen US-Dollar gekauft. Die verbliebenen Anteile wurden zwei Jahre später für insgesamt 245 Millionen US-Dollar übernommen.

Neuer Besitzer von 98,59 Prozent der Anteile an Grindr ist San Vicente Acquisition, eine Holdinggesellschaft mit Sitz im US-Bundesstaat Delaware. Laut Informationen von Techcrunch ist über San Vicente Acquisition wenig bekannt. Ein Insider sagte, dass das Unternehmen sich vollständig im Besitz von US-Amerikanern befinde, aus einer Gruppe von Investoren bestehe und von diesen kontrolliert werde. Laut Reuters ist einer dieser Investoren James Lu, ein ehemaliger Manager des chinesischen Suchmaschinenkonzerns Baidu. Die Transaktion unterliegt der Zustimmung der Aktionäre und einer Überprüfung durch CFIUS. Ein Sprecher von Grindr lehnte es ab, sich zu dem Verkauf zu äußern.

Im April 2018 wurde berichtet, dass das Unternehmen Angaben zum HIV-Status seiner Mitglieder an zwei Partnerfirmen weitergegeben habe. Mit weiteren Daten des Nutzerprofils, etwa den per Smartphone-App ermittelten GPS-Standort des Mitglieds sowie der E-Mail-Adresse, lasse sich so von den Unternehmen relativ einfach herausfinden, welche Angaben ein konkreter Nutzer von Grindr über seinen HIV-Status gemacht habe, berichtete Buzzfeed.

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"Jedes Mal, wenn du eine App wie Grindr öffnest, erhalten Werbenetzwerke deinen GPS-Standort, Gerätekennungen und sogar die Tatsache, dass du eine Dating-App für Homosexuelle benutzt. Dies ist eine eklatante Verletzung der EU-Datenschutzgesetze", erklärte Max Schrems, Vorsitzender der Datenschutzorganisation Noyb (None of your business).

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    Von Stephan Skrobisch

AllDayPiano 10. Mär 2020

Der böse, böse Chinese, der die sog. "Nationale Sicherheit" gefährdet. Dass ich nicht...

lucky_luke81 09. Mär 2020

Beide extremistisch homophob


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