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Bei Stromausfall: Die Gasheizung läuft auch ohne Netzstrom

Ohne Strom bleibt auch die Heizung ohne Funktion, obwohl das Gas meist weiter fließt. Es gibt eine Lösung, aber nicht mit jeder Stromquelle.
/ Mario Petzold
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Alles dunkel, aber in einigen Fenstern geht auch bei Stromausfall das Licht nicht komplett aus. (Bild: Reuters/Lisi Niesner)
Alles dunkel, aber in einigen Fenstern geht auch bei Stromausfall das Licht nicht komplett aus. Bild: Reuters/Lisi Niesner

Als am 3. Januar 2026 in Berlin(öffnet im neuen Fenster) eine Kabelbrücke brennt, kommen zahlreiche unglückliche Umstände zusammen: Die Stromverbindung ließ sich nicht überbrücken, musste aufwendig ersetzt werden und der Winter zeigte sich zudem von seiner kälteren Seite.

Es wurde der längste Stromausfall in Berlin seit 80 Jahren mit knapp 100.000 betroffenen Menschen, die nicht nur kein Licht, sondern meist auch keine Heizung hatten – abgesehen zum Beispiel von einigen Glücklichen, deren alter Gasherd noch ohne Strom funktionierte.

Denn die Gasversorgung erfolgt über ein anderes Netz und das blieb während des Stromausfalls in Berlin in Funktion. Also hätte eigentlich auch die moderne Gasheizung weiter betrieben werden können, hätte sie Strom bekommen.

Der Elektriker sollte es wissen

Die meisten Forendiskussionen zu dem Thema verlaufen so:

"Das geht."
"Das geht nicht."
"Das geht, ich bin Elektriker."
"Frag am besten einen Elektriker!"

Also: Anruf bei Elektro Böttger aus Burgstädt bei Chemnitz. Hier fällt die Antwort kurz und eindeutig aus. Selbstverständlich könnte man die Gasheizung auch über eine separate Stromquelle betreiben. Dafür müsste sie lediglich über eine Notstromfunktion verfügen. Das sei in der Regel dann der Fall, wenn sie auch über einen separaten Stromstecker verfügt.

Richtige Elektronik entscheidet

Ganz ohne Risiko bleibe dieser Umweg aber nicht. Die Platine in der Gasheizung reagiert auch bei Schwankungen im normalen Stromnetz empfindlich. Geht sie kaputt, dürfte allein das Ersatzteil 500 Euro kosten und die Heizung bleibt länger außer Betrieb, als ein eventueller Stromausfall andauert.

Hinzu käme, dass der Gasfluss ebenfalls von der korrekten Stromzufuhr abhängt. Nur bei der richtigen Frequenz arbeite das System so zusammen, dass es auch mit einer externen Stromquelle weiter heizen kann.

Finger weg von Notstromaggregaten

Genau diese präzise Stromversorgung könne zum Beispiel ein typisches Notstromaggregat mit Dieselmotor gar nicht leisten. Eine Powerbank mit Wechselrichter dagegen besäße nicht nur die passende Elektronik, um die Frequenz jederzeit stabil zu halten. Sie liefert in der Regel auch aus dem Stand die entsprechend hohe Leistung, um eine Gasheizung jederzeit versorgen zu können.

Wie lang das funktioniert, hängt von der Größe der Heizung und der Powerstation ab. Mit mehr als 1 Kilowattstunde am Tag sollte man planen, bei Einfamilienhäusern noch mehr.

Ein wichtiger Ratschlag fehlt noch: Am besten vorher den Elektriker fragen.


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