Bei Memecoin-Kauf: Peinlicher Fehler kostet einen Krypto-Anleger Millionen

Ein Krypto-Trader wollte sich offenbar größere Bestände des Solana-Memecoins Dogwifhat (WIF) sichern, hat dabei aber innerhalb kürzester Zeit rund 5,7 Millionen US-Dollar verloren. Gekauft hatte er die Coins durch drei Transaktionen, wie der X-Nutzer Gumshoe in einem Screenshot zeigt(öffnet im neuen Fenster) . Diese hatten einen Wert von 6,25 Millionen, 1,78 Millionen und etwa 893.000 USD, also zusammen fast 9 Millionen US-Dollar.
Alle drei Transaktionen waren mit der gleichen Wallet-Adresse verbunden, so dass anzunehmen ist, dass dieselbe Person dahinter steckte. Jedoch hatte der Käufer offenbar die geringe Liquidität des Marktes außer Acht gelassen, was den WIF-Kurs durch die Transaktionen kurzfristig auf rund 3 US-Dollar explodieren(öffnet im neuen Fenster) ließ. Direkt im Anschluss fiel er jedoch wieder auf etwa 15 Cent ab – und damit in etwa auf das Niveau, auf dem sich der Kurs zuvor befand.
Zu teuer eingekauft durch Slippage
Bekannt sind solche kurzfristigen Kurssprünge unter dem Begriff Slippage. Sie führen dazu, dass Käufer ihre digitalen Vermögenswerte zu einem anderen Preis erhalten, als sie zum Zeitpunkt der Einleitung einer Transaktion annehmen. Das kann in beide Richtungen gehen: Mit Glück erhalten Käufer ihre Krypto-Token also günstiger, im schlimmsten Fall aber auch deutlich teurer.
Ein Grund für letzteren Fall kann beispielsweise sein, dass an der Börse deutlich weniger Token zum aktuellen Marktpreis angeboten werden, als der Käufer erwerben will. Die Kryptobörse führt den Auftrag dann ungebremst weiter aus und transferiert auch teurer angebotene Token, bis der Investitionsbetrag vollständig ausgeschöpft ist. Gerade bei kleineren Krypto-Projekten kommt es dadurch schnell zu einer kurzfristigen Kursexplosion, die sich unmittelbar auf die auslösende Transaktion auswirkt.
Vorbeugen kann man dem durch eine sogenannte Limit-Order, bei der der Käufer den Höchstpreis vorgibt, zu dem er die Token kaufen will. Ein solcher Auftrag wird nach und nach abgearbeitet – nämlich immer dann, wenn Verkäufer ihre Token unterhalb der vorgegebenen Preisgrenze anbieten. Das dauert dann zwar länger, dafür gibt es aber auch keine Überraschungen hinsichtlich des Preises.
Möglicher Marketing-Gag zahlt sich aus
Im Falle der drei genannten WIF-Transaktionen setzte der Käufer offenkundig keine Limit-Order und verlor infolgedessen unmittelbar 5,7 Millionen US-Dollar an Wert. Einige Beobachter sehen den Handel als möglichen Marketing-Gag(öffnet im neuen Fenster) , um die Aufmerksamkeit potenzieller Krypto-Anleger auf den WIF-Token zu lenken.
Tatsächlich scheint dem Projekt genau jene Aufmerksamkeit nun zuzukommen. Vor diesem Vorfall war der WIF-Kurs im Abwärtstrend, inzwischen tendiert er aber wieder nach oben. Aktuell hat einer dieser Memecoins laut Coinmarketcap(öffnet im neuen Fenster) einen Wert von rund 0,31 US-Dollar – und damit mehr als doppelt so viel wie vor den drei fragwürdigen Transaktionen.



