Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Bei EU-Auflagen: Drillisch bekommt ein Viertel des Netzes von O2 und E-Plus

Bei den erwarteten Auflagen durch die EU treten O2 und E-Plus 20 bis 30 Prozent der Kapazität der Mobilfunknetze an Drillisch ab. Drillisch bietet Discounttarife unter Marken wie Simply, Maxxim, Hellomobil, Mcsim, Phonex, Deutschlandsim, Discoplus oder Winsim an.
/ Achim Sawall
12 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Bild: Michaela Rehle/Reuters

Falls die Fusion von Telefónica O2 und E-Plus von der EU unter Auflagen genehmigt wird, werde der Mobilfunkprovider Drillisch 20 Prozent der Kapazität von deren Mobilfunknetzen anmieten. Das gab Telefónica Deutschland am 25. Juni 2014 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Die 20 Prozent würden über einen Zeitraum von fünf Jahren erreicht. Drillisch könne zudem weitere 10 Prozent der Kapazität erwerben.

Der Zugang werde über "mobile Bitstream" gewährt. Drillisch bietet Discounttarife unter Marken wie Simply, Maxxim, Hellomobil, Mcsim, Phonex, Deutschlandsim, Discoplus oder Winsim. "Die Vereinbarung mit Drillisch wird nur wirksam, wenn die Europäische Kommission den Erwerb von E-Plus bedingt freigibt und bestätigt, dass die Vereinbarung mit Drillisch die mit der Freigabeentscheidung möglicherweise verknüpften Bedingungen und Auflagen erfüllt. Die Entscheidung der Europäischen Kommission über das Zusammenschlussvorhaben wird im Juli erwartet", erklärte die spanische Telefónica.

Die Bild-Zeitung berichtete, dass EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia der Übernahme noch in dieser Woche unter Auflagen zustimmen werde. Offiziell läuft die Frist bis zum 10. Juli. Das Bundeskartellamt hatte versucht, über die Fusion nach deutschem Wettbewerbsrecht zu entscheiden, was die EU-Kommission aber abgelehnt hatte. Die EU hat nun die alleinige Kompetenz bei der Fusion.

Die Telefónica zahlt für E-Plus 3,7 Milliarden Euro, die niederländische E-Plus-Mutter KPN bekommt zudem einen Anteil von 24,9 Prozent am neuen Unternehmen. Damit hat die Übernahme ein Volumen von 12 Milliarden Euro.

Bundeskartellamtschef Andreas Mundt warnte davor, den Wettbewerb in Deutschland von vier auf drei Anbieter zu begrenzen. Die geplante Übernahme könnte die Mobilfunkpreise in Deutschland nach oben treiben.


Relevante Themen