Bei Chrome bedient: Microsoft behebt "Fehler", der Edge Browserdaten klauen ließ

Schon seit Monaten beklagen Anwender, Edge würde ungefragt Tabs und Browserdaten von Chrome abgreifen. Diesen "Fehler" hat Microsoft nun beseitigt.

Artikel veröffentlicht am , Marc Stöckel
Microsoft behebt einen nervigen "Fehler" im Edge-Browser.
Microsoft behebt einen nervigen "Fehler" im Edge-Browser. (Bild: pixabay.com / efes)

Microsoft hat mit einem am Donnerstag veröffentlichten Update für seinen hauseigenen Webbrowser Edge einen Fehler behoben, der in einigen Fällen dazu führen konnte, dass die Anwendung ungefragt Tabs und weitere Browserdaten von anderen Webbrowsern wie Google Chrome übernommen hat. Erste Hinweise auf dieses fehlerhafte Verhalten gab es schon im Mai 2023. Der Hersteller ignorierte das Problem trotz entsprechender Nutzerbeschwerden mehrere Monate.

Nachdem das Thema Ende Januar 2024 mediale Aufmerksamkeit erhielt, erklärt Microsoft nun in den Release Notes zum jüngsten Edge-Update die Hintergründe zu diesem "Fehler" und stellt zugleich einen Fix bereit.

Der Browser verfüge über eine Funktion, mit der Edge bei jedem Start unter Zustimmung des Anwenders Browserdaten aus anderen Webbrowsern importieren könne, heißt es dort. Der Status dieser Funktion sei jedoch "möglicherweise nicht korrekt über mehrere Geräte hinweg synchronisiert und angezeigt" worden. Dies habe der Konzern jedoch nun behoben.

Microsofts Versuche, Edge zu promoten

Ob es sich hier tatsächlich um einen Fehler handelte oder Microsoft die ungefragte Übernahme der Browserdaten beabsichtigt hatte, bleibt fraglich. Tom Warren von The Verge kritisiert diesbezüglich, der Redmonder Softwarekonzern nutze schon seit langem von Spyware-Entwicklern bekannte Taktiken, um seinen eigenen Webbrowser in den Vordergrund zu stellen.

Dazu zählten etwa Updates, mit denen Edge in der Vergangenheit ungefragt an die Windows-Taskleiste angeheftet oder auf dem Desktop verknüpft wurde. Obendrein habe der Konzern immer wieder Meldungen oder Umfragen eingeblendet, um Anwender davon abzuhalten, Chrome herunterzuladen. In den Windows-Suchergebnissen sowie in Teams und Outlook habe Microsoft außerdem den vom Anwender gewählten Standardbrowser ignoriert, sodass dort verlinkte Webseiten grundsätzlich mit dem Edge-Browser geöffnet wurden.

Entsprechende Kritik kam kürzlich auch von Mozilla: Der Firefox-Entwickler hatte eine Studie in Auftrag gegeben, um Microsofts Taktiken und die Auswirkungen auf Verbraucher zu untersuchen. Auf Basis der Studienergebnisse erhob Mozilla schwere Vorwürfe gegen Microsoft und warf dem Konzern vor, bewusst Dark Patterns zu verwenden, um die Verbreitung des Edge-Browsers zu fördern.

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