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Behördenwebseiten: Corona-Informationen laden nur langsam

Viele Bürger wollen sich zur Zeit bei Behörden über die aktuellen Coronavirus-Erkrankungen informieren. Doch wer sich beim Gesundheitsministerium, beim Robert-Koch-Institut oder bei anderen Verantwortlichen erkundigen will, stellt fest: Deren Webseiten laden nur langsam und teilweise gar nicht.

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Sie wollen sich beim Gesundheitsministerium über das Coronavirus informieren? Da heißt es heute: warten.
Sie wollen sich beim Gesundheitsministerium über das Coronavirus informieren? Da heißt es heute: warten. (Bild: Habib M'henni, Wikimedia Commons/CC-BY 2.0)

In Deutschland sind am 26. Februar mehrere Neuerkrankungen von Covid-19 bekannt geworden. Viele Bürger wollen sich angesichts der Ereignisse auf Behördenwebseiten informieren, wie der Stand der Dinge ist und wie sie sich auf mögliche Krisensituationen vorbereiten können. Doch die Anlaufstellen sind damit offenbar überfordert.

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Praktisch alle offiziellen Webseiten von Behörden und Ministerien, die relevante Informationen bereitstellen, waren den ganzen Tag über nur schlecht erreichbar. Politisch ist für medizinische Fragen das Gesundheitsministerium zuständig, für eine wissenschaftliche Einschätzung ist das Robert-Koch-Institut verantwortlich.

Für die Information der Bevölkerung über Infektionskrankheiten betreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine Webseite. Und allgemeine Hinweise zur Vorbereitung auf Katastrophenfälle findet man normalerweise beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Kilobytes tröpfeln durch die Leitung

Alle diese Behörden waren den Tag über online nur schlecht erreichbar. In mehreren Tests konnten wir Datenübertragungsraten im Bereich von 2-3 Kilobyte pro Sekunde messen, beim Gesundheitsministerium teilweise unter einem Kilobyte. Das reicht nicht, um sich sinnvoll auf einer Webseite zu bewegen, ein Ladevorgang kann da schon einige Minuten dauern und wird häufig abgebrochen. Zum Vergleich: Auf Webseiten von anderen Ministerien erhielten wir Übertragungsraten von mehreren Hundert Kilobyte pro Sekunde.

Die Webseiten des Gesundheitsministeriums und der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung werden auf IP-Adressen des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) gehostet. Die Webseiten des Robert-Koch-Instituts und des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe laufen auf IP-Adressen, die laut Whois-Daten dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gehören. Offensichtlich ist man dort auf akute Notfälle nicht gut eingestellt.

Bei überlasteten Webseiten ist die gängigste Vorgehensweise, zumindest zeitweise einen der großen CDN-Anbieter wie Cloudflare zu nutzen oder die Seite bei einem großen Cloudanbeiter wie AWS oder Azure zu hosten. Alle diese Anbieter haben ihren Sitz in den USA, was bei Behördenwebseiten sicher zu Datenschutzbedenken führt. Der Bundestag nutzte vor einigen Jahren nach einem DDoS-Angriff zeitweise Cloudflare für seine Webseite, Netzpolitik.org hat das damals kritisiert und darüber berichtet. Doch in akuten Notfällen dürften vermutlich auch die meisten Datenschützer keine Einwände gegen ein solches Hosting haben.

Wir haben bei mehreren verantwortlichen Behörden und beim BSI nachgefragt und um eine Stellungnahme gebeten. Antworten haben wir bislang keine erhalten. Dass die verantwortlichen Gesundheitsbehörden aktuell Wichtigeres zu tun haben, als Anfragen von Golem.de zu beantworten, ist wohl nachvollziehbar. Dass die Behörden aber anscheinend keinen Plan dafür haben, wie sie in Krisensituationen die Bevölkerung über ihre Webseiten informieren, erscheint schwer verständlich.

Wer sich trotzdem erkundigen möchte, kann dafür teilweise den Google-Cache oder die Wayback Machine des Internet Archive nutzen. Bei Googles Suchergebnissen findet sich neben der URL meist ein kleiner Pfeil, über den man die Webseite aus dem Cache aufrufen kann. Die Wayback Machine erlaubt es, auf ältere Versionen einer Webseite zuzugreifen, zumindest generelle Behördeninformationen lassen sich damit üblicherweise abrufen.

Informationen aus Österreich und der Schweiz laden schneller

Die meisten Informationen zum Coronavirus sind nicht landesspezifisch, daher kann man sich natürlich auch bei Behörden im Ausland informieren. So lädt etwa die Webseite des Österreichischen Gesundheitsministeriums zum Coronavirus ohne Probleme. Auch das Schweizer Bundesamt für Gesundheit und der britische NHS scheinen keine Probleme zu haben, ihre Bevölkerung auch in diesen Zeiten auf dem Laufenden zu halten.

Eine ausführliche Übersicht mit guten Ratschlägen gibt es außerdem bei den Scilogs des Wissenschaftsmagazins Spektrum und eine weitere beim Science Media Center.

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Nobunaga 03. Mär 2020

Soviel zum Thema Volksverdummung und Wir sind hier in Deutschland gut darauf...

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CopyUndPaste 28. Feb 2020

Zugegeben schönes Plädoyer! So hätte es tatsächlich - nehme mich da natürlich nicht...

Weitsicht 27. Feb 2020

Ist bekannt. Und wie gesagt konnte ich zu deiner Behauptung nichts finden, aber zum...

Proctrap 27. Feb 2020

Letzteres verbraucht nix...


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