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Befristungen: Amazon verteidigt sich gegen Hire-and-Fire-Kritik

In einem Amazon-Versandzentrum hat knapp die Hälfte der Beschäftigten keinen festen Vertrag, kritisieren die Betroffenen. Amazon hält dagegen, rund 10.000 feste Jobs in seinen neun deutschen Zentren geschaffen zu haben.
/ Achim Sawall
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Picking-Arbeitsplatz in Brieselang (Bild: Tobias Schwarz/Reuters)
Picking-Arbeitsplatz in Brieselang Bild: Tobias Schwarz/Reuters

Amazon verteidigt sich gegen den Vorwurf, das Unternehmen setze einen großen Teil der Beschäftigten mit befristeten Arbeitsverträgen unter Druck. "Amazon hat seit dem Deutschlandstart vor 16 Jahren mehr als 12.500 feste Jobs geschaffen, davon über 10.000 in den neun deutschen Logistikzentren. Allein in den vergangenen drei Jahren wurden 7.000 neue Festanstellungen geschaffen", sagte Unternehmenssprecherin Anette Nachbar Golem.de auf Anfrage.

Amazon hat in seinen neun deutschen Versandzentren nach Angaben aus dem Herbst 2014 insgesamt 19.000 Beschäftigte. "Nur noch ein geringer Teil ist befristet beschäftigt", erklärte Nachbar. Wie viele dies sind, will sie nicht sagen. Das Ziel sei, dass 80 Prozent unbefristet beschäftigt seien.

Zuvor wurde berichtet, dass fast die Hälfte der Beschäftigten des Amazon-Standorts Brieselang bei Berlin nur befristete Verträge habe. Derzeit gibt es laut Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in der Niederlassung 550 Mitarbeiter, davon sind nur rund 285 fest angestellt.

Die bei Verdi organisierten Beschäftigten in Brieselang kritisieren in einer Erklärung von 12. Januar 2015, die Golem.de vorliegt, dass eine große Anzahl von Zeitverträgen nicht verlängert und dafür aber wieder neue Befristete eingestellt werden. So mussten am 29. Dezember über 900 Befristete gehen, während ab Februar 2015 wieder neue eingestellt würden.

Von den drei Betriebsratsmitgliedern mit einem befristeten Arbeitsvertrag würden alle ihren Job und damit ihr Mandat verlieren, alles Wortführer des Gremiums. Unter den 35 zur Entfristung anstehenden Beschäftigten befinde sich kein einziges Betriebsratsmitglied. Seit einer Woche tragen die Aktiven bei der Arbeit rote T-Shirts mit der Aufschrift "Wir wollen bleiben! Entfristung jetzt! Gegen Diskriminierung und Intoleranz!"


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