beep: Sicherheitslücke im Piepstool für Linux

Das Kommandozeilentool "beep" dient eigentlich nur dazu, einen Piepston auf dem PC-Speaker auszugeben. Doch jetzt wurde eine Sicherheitslücke darin entdeckt - mit der man Root-Rechte erlangen kann.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Ein PC-Speaker kann simple Piepstöne in verschiedenen Frequenzen ausgeben - das dafür zuständige Linux-Kommandozielentool weist jetzt eine Sicherheitslücke auf.
Ein PC-Speaker kann simple Piepstöne in verschiedenen Frequenzen ausgeben - das dafür zuständige Linux-Kommandozielentool weist jetzt eine Sicherheitslücke auf. (Bild: Hanz Haase/Wikimedia Commons/CC-BY-SA 3.0)

Manchmal finden sich Sicherheitslücken an Stellen, an denen wohl kaum jemand damit gerechnet hat. Aus einem Security-Advisory von Debian geht hervor, dass das Kommandozeilentool beep aufgrund einer Race Condition eine Rechteausweitung erlaubt. Dabei hat das Tool nur einen sehr simplen Zweck: Es gibt einen oder mehrere Piepstöne mit einer definierten Frequenz und Länge aus.

Stellenmarkt
  1. Ingenieur (w/m/d) für IT- und Netzwerktechnik
    SSI SCHÄFER Automation GmbH, Giebelstadt
  2. Softwareentwicker (m/w/d)
    rocon Rohrbach EDV-Consulting GmbH, Stuttgart, Köln, Mainz, Frankfurt am Main
Detailsuche

Details sind in dem Advisory nicht zu finden. Parallel wurde eine Webseite mit dem Namen Holey Beep samt Logo und FAQ veröffentlicht, allerdings handelt es sich dabei um einen Scherz. Eine Erklärung der Lücke findet sich auch dort nicht. Auch unter der CVE-Id CVE-2018-0492 finden sich bisher keine weiteren Infos.

Beep als Setuid Root installiert

Aus den spärlichen Informationen kann man jedoch einige Rückschlüsse ziehen. Unter Debian wird beep als Setuid Root installiert. Das bedeutet, dass der Prozess auch dann, wenn ein Nutzer ihn ausführt, mit Root-Rechten läuft. Solche Rechte sind für einige Tools nötig, allerdings sind sie immer ein gewisses Risiko. Sollte es einem Nutzer gelingen, ein Tool mit Setuid Root dazu zu bringen, eine Shell zu öffnen oder beliebigen Code auszuführen, kann er damit Root-Rechte erlangen. Daher sollten solche Tools immer sehr intensiv auf mögliche unerwünschte Eigenschaften geprüft werden.

Das beep-Tool wird unter Debian mit Setuid Root installiert, da die Piepstöne nicht über die normale Soundkarte ausgegeben werden, sondern über den klassischen PC-Speaker. Diesen kann man jedoch, wie die Dokumentation von beep erklärt, nur dann ansteuern, wenn man entweder Root ist oder Direktzugriff auf das sogenannte tty-Gerät hat. Das haben aber nur Nutzer, die sich direkt auf der Konsole einloggen; aus einem grafischen Terminal oder über eine Remote-Session kann man darauf nicht zugreifen.

Golem Akademie
  1. Docker & Containers - From Zero to Hero
    5.-7. Oktober 2021, online
  2. Ansible Fundamentals: Systemdeployment & -management
    27.09.-01.10. 2021, online
Weitere IT-Trainings

Einen Hinweis auf die Lücke gibt die Dokumentation bereits: So wird erwähnt, dass es beim Zugriff auf das Konsolendevice eine Race Condition gibt, allerdings sei nicht davon auszugehen, dass man diese ausnutzen könne. Doch hier hat der Autor wohl etwas übersehen: Denn man kann über die Kommandozeile ein anderes Konsolendevice angeben - oder auch eine beliebige Datei. Vermutlich lässt sich darüber beep austricksen und dazu bringen, einem Root-Rechte zu verschaffen.

Eine aktualisierte Version von beep gibt es nicht, die letzte Version 1.3 wurde im Jahr 2010 veröffentlicht. Der Patch, der von Debian verwendet wird, findet sich jedoch inzwischen im Bugtracker von beep auf Github. Eine andere Möglichkeit, sich zu schützen, ist es natürlich, beep einfach zu deinstallieren. Viele moderne Systeme haben sowieso keinen PC-Speaker mehr eingebaut - und beep funktioniert schlicht nicht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bitcoin
Bitmain stoppt Verkauf von Krypto-Minern

Aufgrund des chinesischen Vorgehens gegen Kryptomining gibt es viele gebrauchte Bitcoin-Rigs auf dem Markt - deren größter Hersteller zieht Konsequenzen.

Bitcoin: Bitmain stoppt Verkauf von Krypto-Minern
Artikel
  1. Verbraucherzentrale gegen Glasfaser: 100 bis 300 MBit/s sind vollkommen ausreichend
    Verbraucherzentrale gegen Glasfaser
    "100 bis 300 MBit/s sind vollkommen ausreichend"

    Während alle versuchen, den Glasfaser-Ausbau zu beschleunigen, raten Verbraucherschützer, nicht für Tarife mit sehr hoher Bandbreite zu zahlen, die man angeblich gar nicht benötige.

  2. Satelliteninternet: Starlink bietet in Kürze globale Versorgung
    Satelliteninternet
    Starlink bietet in Kürze globale Versorgung

    Viel mehr Nutzer würden Starlink von SpaceX ausprobieren, aber wegen der Chipkrise fehlen die Bauteile.

  3. Lenovo L32p-30 und L27m-30: USB-C-Monitore mit Webcam passen ins Homeoffice
    Lenovo L32p-30 und L27m-30
    USB-C-Monitore mit Webcam passen ins Homeoffice

    Lenovo stellt gleich mehrere neue Monitore vor. Die L32p-30 und L27m-30 lassen sich etwa per USB-C mit 75 Watt Power Delivery anschließen.

recluce 05. Apr 2018

Auch bei Linux Mint oder Artix Linux nicht installiert. Der Nutzen des Tools ist wohl auf...

EQuatschBob 05. Apr 2018

Es sind also nur diejenigen betroffen, die sich beep explizit installiert haben. Aus...

daydreamer42 05. Apr 2018

Glücklicherweise ist das bei mir nicht installiert. Die Betreiber von Headless-Servern...

kayozz 05. Apr 2018

Es gibt keine aktualisierte Version im öffentlichen Repository. Es ist durchaus üblich...

lear 05. Apr 2018

Es ist eher so, daß "beep" langsam zu einem Stück Softwaregeschichte wird - viele Systeme...


Folgen Sie uns
       


  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Dualsense Midnight Black + Ratchet & Clank Rift Apart 99,99€ • 6 Blu-rays für 30€ • Landwirtschafts-Simulator 22 jetzt vorbestellbar ab 39,99€ • MSI Optix MAG272CQR Curved WQHD 165Hz 309€ [Werbung]
    •  /