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Bedrohung der Lebensweise: US-Gemeinden erlassen Verbote gegen Rechenzentren

Steigende Strompreise sowie Lärm- und Luftverschmutzung veranlassen immer mehr US-Gemeinden, die Ansiedlung von Rechenzentren zu verbieten.
/ Mike Faust
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Protest gegen den Bau eines Rechenzentrums in Fairless Hills, Pennsylvania, USA (Bild: USA TODAY Network via Reuters Connect)
Protest gegen den Bau eines Rechenzentrums in Fairless Hills, Pennsylvania, USA Bild: USA TODAY Network via Reuters Connect

In den USA wächst die Zahl der Gemeinden, die Verbote für den Bau neuer Rechenzentren erlassen. Wie Tom's Hardware(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf den U.S. Data Center Moratorium Tracker(öffnet im neuen Fenster) berichtet, sind derzeit 50 Verbote in verschiedenen Landkreisen in Kraft. Vier weitere wurden von den zuständigen Regionalverwaltungen als dauerhafte Regelung erlassen.

Hinzu kommen Vorschläge für weitere Verbote und eine große Zahl an weiteren Initiativen in verschiedenen US‑Bundesstaaten. Auch Fälle, in denen bestehende Verbote bereits wieder ausliefen, wurden verzeichnet.

Die ungebremste Investition in Rechenzentren durch sogenannte Hyperscaler führt in betroffenen Regionen zu steigenden Stromkosten sowie zunehmender Lärm- und Luftverschmutzung. Der Boom verursacht zudem Engpässe und überhöhte Preise für Speicherchips sowie Prozessoren.

Lokalpolitiker bedroht und Gemeinderatsmitglieder abgewählt

Die Stromgroßhandelspreise stiegen in den USA laut Tom's Hardware in den letzten fünf Jahren um 267 Prozent. Energieversorger sind dazu gezwungen, ihre Infrastruktur auszubauen, um dem Bedarf gerecht zu werden. Die entstehenden Kosten werden gleichermaßen auf die Rechenzentrumsbetreiber und private Haushalte umgelegt.

Die Situation veranlasste US-Präsident Donald Trump bereits dazu, die größten KI-Unternehmen dazu aufzufordern, künftig für die durch sie verursachte Kosten selbst aufzukommen. Auch wenn dies laut Tom's Hardware theoretisch zu einer Senkung der Stromkosten beitragen könnte, lehnt fast die Hälfte der US-Bevölkerung die Ansiedlung neuer Anlagen in der Nähe von Wohnsiedlungen ab.

Anwohner betrachten dabei zunehmend die Auswirkungen auf die Umwelt und empfinden die Rechenzentren als Bedrohung ihrer Lebensweise. Als Folge wurden bereits Lokalpolitiker bedroht und zahlreiche Gemeinderatsmitglieder abgewählt, die entsprechende Bauvorhaben unterstützten.

Für Unternehmen, die in Rechenzentren investieren und bereits Verzögerungen durch Hardware- und Energieversorgungsengpässe hinnehmen müssen, kommen nun vermehrt lokale Beschränkungen durch Moratorien der Gemeinden hinzu.


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