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Zukunft der Arbeit: Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat

Millionen verlieren ihren Job, aber die Gesellschaft gewinnt dabei trotzdem: So stellen sich die Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens die Zukunft vor. Wie soll das gehen?

Eine Analyse von Daniel Hautmann veröffentlicht am
Demonstration für das bedingungslose Grundeinkommen in Berlin: gewaltige Monopolisten mit unglaublicher Macht
Demonstration für das bedingungslose Grundeinkommen in Berlin: gewaltige Monopolisten mit unglaublicher Macht (Bild: Stan Jourdan/CC-BY-SA 2.0)

Wenn in den kommenden Jahren die weitgehend selbstorganisierte Produktion umgesetzt wird, könnten Millionen Jobs wegfallen - die zugehörigen Schlagwörter lauten Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Industrie 4.0. Was für die einen dramatisch klingt, ist für die anderen eine Chance: Sie fordern, das von den Maschinen erwirtschaftete Geld gerecht zu verteilen und so ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle zu ermöglichen. Das wiederum soll dazu führen, dass Menschen mehr gesellschaftlich nützliche Arbeiten verrichten - freiwillig.

Inhalt:
  1. Zukunft der Arbeit: Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat
  2. Woher kommt das Geld?

Zahlreiche Forschungseinrichtungen haben sich damit beschäftigt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das bedingungslose Grundeinkommen Antworten auf einige der drängendsten Fragen unserer Zeit liefert. Die Idee ist es, jedem Bürger, ob alt oder jung, arm oder reich, ein lebenslanges Einkommen zu garantieren, das für ein einfaches, aber anständiges Leben reicht. Der Lebensunterhalt soll dann also nicht mehr erarbeitet werden, sondern wird eine Art Grundanspruch. Die Rede ist von 500 bis 1.500 Euro monatlich. Wer mehr braucht, kann nach wie vor der Erwerbsarbeit nachgehen.

So könnten Menschen in Zukunft erfüllter und selbstbestimmter leben, sagt der Philosoph Richard-David Precht, der zum Thema gerade das Buch Jäger, Hirten, Kritiker geschrieben hat. Dafür allerdings müssten wir jetzt die Weichen stellen und unser Gesellschaftssystem konsequent verändern.

Konzerne erwirtschaften viel Geld mit wenig Menschen

Dass sich die Arbeitswelt bereits verändert, steht außer Frage. Schon heute gibt es Fabriken, in denen kaum noch Menschen arbeiten. Alles wird von Robotern erledigt. Längst gibt es Drohnen, die Waren ausliefern oder Menschen chauffieren, Algorithmen, die Texte erschaffen oder Aktien handeln. Genauso Roboter, die Alte pflegen.

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Wissenschaftler der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) haben untersucht, wie viele Arbeitsplätze in Gefahr sind. Die Antwort: In den 36 Mitgliedsländern ist rund die Hälfte der Jobs ganz oder teilweise bedroht. Die Rede ist von bis zu 66 Millionen Beschäftigten. Betroffen sind nicht nur Geringqualifizierte, sondern auch die Mittelschicht. Deutsche Arbeitnehmer sind besonders betroffen. Fast jeder fünfte Arbeitsplatz könnte in den kommenden 15 bis 20 Jahren durch Roboter und Software ersetzt werden. Klar, auf der Gegenseite entstehen auch neue, vor allem Digitaljobs. Doch die werden nicht von denen besetzt, die ihre Stelle als Busfahrer, Lagerist oder Telefonist verloren haben.

"Automatisierung bedeutet Jobverlust", sagt auch Precht. Es heißt, mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der modernen Wohlfahrtsgesellschaft sei bereits heute von den Einkommen anderer oder von Sozialleistungen abhängig. Konzerne wie Amazon, Google und Co. erwirtschaften mit wenigen Mitarbeitern Rekordsummen. Precht spricht von "gewaltigen Monopolisten mit unglaublicher Macht". Und die Macht konzentriert sich weiter.

Gleichzeitig werden Arme ärmer und Reiche reicher, weil Reiche durch Steuerprivilegien deutlich mehr profitieren als Arme - etwa durch den Kinderfreibetrag, das steuerliche Absetzen von Hausaufgabenhilfe oder der Putzfrau. Wo soll das noch hinführen? Das durch die Maschinen erwirtschaftete Geld soll gerecht verteilt werden und nicht einzelne noch reicher machen, fordern die Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens.

In Deutschland wird die Idee oft als linke Utopie belächelt. Dabei stehen selbst Nobelpreisträger wie Milton Friedmann hinter ihr, genauso Unternehmer wie Ebay-Gründer Pierre Omidyar, Tesla-Chef Elon Musk, Facebook-Chef Mark Zuckerberg oder Siemens-Chef Joe Kaeser.

Doch wie soll sie finanziert werden? Und warum sollte noch jemand arbeiten, wenn er nicht muss?

Woher kommt das Geld? 
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