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Woher kommt das Geld?

Derzeit gibt es rund 46 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland. Bekäme jeder im Monat 1.000 Euro, lägen die Kosten bei 552 Milliarden Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt betrug im vergangenen Jahr 3.263,4 Milliarden Euro. Auf das bedingungslose Grundeinkommen entfiele also ein Bruchteil. Dafür ließe sich viel Bürokratieaufwand einsparen.

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Laut Precht wäre eine Finanztransaktionssteuer denkbar, um das bedingungslose Grundeinkommen zu finanzieren. Für die Schweiz etwa wären 0,05 Prozent ausreichend, hat der Schweizer Politiker Oswald Sigg berechnet. In Deutschland wären sicher mehr, vielleicht 0,4 Prozent nötig, sagt Precht, weil hierzulande weniger Finanztransaktionen getätigt werden. Er sieht eine Finanzierungsoption etwa in der CO2-Steuer: Denn die Digitalisierung müsse man immer mit Energieverbrauch in Verbindung bringen. Und Energieverbrauch schadet dem Klima. Nun gibt es die, die viel Geld haben, zigmal pro Jahr um die Welt jetten, SUV fahren und teuren Wein trinken. Diese Menschen belasten das Klima deutlich stärker als andere. Hier könnte eine CO2-Steuer als Umverteilungsinstrument greifen.

Neu ist die Idee einer Art von Grundeinkommen an sich nicht. Bereits in den 1960er Jahren wurde sie in den USA getestet. In Afrika gab es Modelle, die Zahlungen von 1 US-Dollar pro Tag vorsahen. In Indien, Namibia, Kenia und vielen weiteren Ländern wird das derzeit ausprobiert. In Finnland ging gerade erst ein zweijähriger Testlauf zu Ende.

Bislang richteten sich die Programme jedoch meist an Bedürftige, haben mit dem bedingungslosen Grundeinkommen also wenig gemein. Kritiker monieren, dass Staaten und Unternehmen so einen Weg schaffen, sich ihrer sozialen Verantwortung zu entledigen. "Das darf keine Stillhalte-Prämie werden", sagt Eva Douma, Sozial- und Verwaltungswissenschaftlerin in Frankfurt am Main und Autorin des Buches Sicheres Grundeinkommen für alle.

Bezieher des Grundeinkommens werden engagierter

Es geht um viel mehr: Die gesamte Gesellschaft soll profitieren. Denn künftig könnten krankmachende, mühevolle und monotone Arbeiten, etwa in der Fabrik, auf dem Feld oder dem Bau Maschinen überlassen werden. Der Mensch müsste dann keine unbeliebten Arbeiten mehr nachgehen, um Miete und Lebensmittel bezahlen zu können, sondern hätte Zeit für Sinnhaftes: sich ausgiebig um die Kinder zu kümmern, Kranke zu pflegen, sich weiterzubilden oder sozial zu engagieren.

Douma ist zuversichtlich, das genau das passieren wird: Das Grundeinkommen ändere die Einstellung der Menschen, sagt sie. "Da geht es um die Gerechtigkeitsfrage und ein Menschenbild. Das hat ganz viel mit Atmosphäre zu tun." Die Angst, dass sich Bezieher des Grundeinkommens in die viel zitierte soziale Hängematte legen und gar nichts mehr tun, sei unbegründet: "Vielen hilft es, etwas zu machen, sich zu engagieren."

Diese Erfahrung hat auch Veronika Wallner, Sprecherin des Berliner Vereins Mein Grundeinkommen, gemacht: "Da wird viel Kreativität freigesetzt", sagt sie. Über Crowdfunding sammeln die Berliner Geld ein. Sobald 12.000 Euro beisammen sind, entscheidet das Los. Der Gewinner erhält ein Jahr lang monatlich 1.000 Euro.

Bislang haben fast 200 Menschen auf diese Weise ein Grundeinkommen erhalten. Da ist etwa die Kölnerin Katrin. Das Grundeinkommen half der freischaffenden Künstlerin, ihr Studium schneller zu beenden, ein Buch zu schreiben, ihren Sohn finanziell zu unterstützen und sich gleichzeitig auch noch ein neues Standbein aufzubauen: "Das Grundeinkommen hat mir mehr Leichtigkeit, Entscheidungsspielraum und Planungssicherheit gegeben."

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 Zukunft der Arbeit: Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat
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Katharsas 01. Okt 2018

Diese Aussage, zusammen mit einer Kollektion von Vorwürfen aus der sich die beschuldigte...

LRU 01. Okt 2018

Es ist meiner Meinung nach schon eine ziemlich fragwürdige Ansicht, dass die Menschen...

Statement Uno 01. Okt 2018

Steckt da nicht auch eine andere Wahrheit drin? Arbeiten ist doch angeblich das...

Statement Uno 01. Okt 2018

ALG 2 dient nicht als Existenzabsicheung, sondern als Lohndumpingwerkzeug und hält alle...

Statement Uno 01. Okt 2018

Eigentlich geht es doch darum, wieviel der Mensch noch tun muss, um sich abzusichern und...


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