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Beasts of No Nation: US-Kinoketten boykottieren Oscar-Anwärter von Netflix

Die vier größten Kinoketten in den USA werden einen Netflix-Spielfilm mit Oscar-Ambitionen nicht zeigen, berichtet ein Hollywood-Magazin. Eine zeitgleiche Veröffentlichung für Kinos und Streaming lehnen sie ab. Das sehen aber nicht alle so.
/ Sebastian Grüner
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Idris Elba spielt eine der Hauptrollen in Beasts of No Nation. (Bild: Participant Media)
Idris Elba spielt eine der Hauptrollen in Beasts of No Nation. Bild: Participant Media

Der Streaming-Anbieter Netflix hat sich für 12 Millionen US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) die weltweiten Rechte an der Verfilmung von Beasts of No Nation(öffnet im neuen Fenster) gesichert. Doch zumindest in den USA wird der Film über afrikanische Kindersoldaten wohl nur in kleinen Independent-Kinos zu sehen sein. Denn wie das Hollywood-Magazin Variety(öffnet im neuen Fenster) berichtet, weigern sich die vier größten Kinoketten, den Film in ihr Programm aufzunehmen.

Das habe Variety von Vertretern von AMC(öffnet im neuen Fenster), Regal(öffnet im neuen Fenster), Cinemark(öffnet im neuen Fenster) und Carmike(öffnet im neuen Fenster) erfahren, berichtet das Magazin. Demnach bestünden die Ketten auf die sonst übliche Verzögerung von mindestens 90 Tagen zwischen Kinostart und der Veröffentlichung für das heimische Wohnzimmer. Netflix will den Film jedoch zeitgleich in Kinos sowie über seinen eigenen Streaming-Dienst anbieten.

Kinos sind wie Restaurants

Für den Chef der wesentlich kleineren Kinokette Alamo Drafthouse(öffnet im neuen Fenster), Tim League, scheint eine Zusammenarbeit mit Netflix jedoch kein Problem zu sein. Gegenüber Variety sagte er, dass die Argumentation der anderen Betreiber wohl ein klein wenig auf der falschen Spur sei. Er sehe sich Filme an, die er vorführen möchte, und setze dies auch unabhängig von der Veröffentlichungsstrategie um.

Damit habe er bereits bei Snowpiercer Erfolg gehabt. Für League seien Kinos keine Konkurrenz zu Netflix, er selbst sehe auch zu Hause viele Filme. Kinos seien vielmehr vergleichbare Optionen zur Freizeitgestaltung wie Restaurants oder Baseballspiele. Eben all jener Dinge, die sich nicht im eigenen Wohnzimmer umsetzen ließen.

Spielfilm mit Oscar-Ambitionen

Beasts of No Nation gilt wegen des Themas und der Besetzung bereits jetzt als möglicher Oscar-Kandidat. Eine der Hauptrollen wird von Idris Elba(öffnet im neuen Fenster) verkörpert, der bereits für den Golden Globe und den Emmy nominiert gewesen ist. Regie führt Cary Fukunaga, der für Sin Nombre, Jane Eyre sowie die HBO-Serie True Detective verantwortlich war. Produziert wird der Film unter anderem von Participant Media, die mehrfach an Oscar-nominierten oder -prämierten Filmen beteiligt waren, zuletzt an der Dokumentation über Edward Snowdon: Citizenfour von Laura Poitras.

Die für den Oscar nominierte Dokumentation The Square(öffnet im neuen Fenster) lief ebenfalls nicht bei den großen Kinoketten und ist von Netflix in den USA veröffentlicht worden.


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