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BeA-Webseite: Ransomware-Angriff auf Anwaltskammer

Ein ungeschützter MySQL-Server hat den Ausfall einer Info-Webseite zum Anwaltspostfach BeA verursacht.

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Eine Ransomware-Gang fordert Lösegeld für die Datenbank der BeA-Infowebseite.
Eine Ransomware-Gang fordert Lösegeld für die Datenbank der BeA-Infowebseite. (Bild: Southern Railway System / Wikimedia Commons)

Der kürzliche Ausfall der Info-Webseite zum besonderen elektronischen Anwaltspostfach (BeA) der Bundesrechtsanwaltskammer ging offenbar auf einen Ransomware-Angriff zurück. Auf dem Server, auf dem die Webseite lag, läuft nach wie vor ein MySQL-Service, bei dem man sich ohne Passwort anmelden kann. Statt Datenbanken findet man dort aber nur noch einen Hinweis einer Ransomware-Gang.

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Vor zwei Wochen hatten wir darüber berichtet, dass die Webseite, auf der die Bundesrechtsanwaltskammer unter bea.brak.de über das BeA informiert, zeitweise offline und zwischendurch auch durch eine ungeschützte Wordpress-Installation angreifbar war. Es handelt sich dabei nicht um das BeA selbst, sondern um eine reine Informationsseite. Inzwischen wird man dort auf ein Supportportal weitergeleitet.

Offener MySQL-Server ermöglichte Ransomware-Angriff

Durch einen Hinweis erfuhr Golem.de jetzt, wie es zu dieser Abschaltung kam. Offenbar wurde die MySQL-Datenbank der Wordpress-basierten Seite von einer Ransomware-Gang gelöscht. Auf dem Server, auf dem die Webseite in der Vergangenheit lag, läuft eine offene MySQL-Installation, die aus dem Internet erreichbar ist. Doch nicht nur das: Man kann sich dort nach wie vor ohne Benutzername und Passwort einloggen.

Auf dem Server finden sich zwei Datenbanken namens bea_brak und bea_brak.de, die beide jedoch leer sind. In ihnen findet sich nur noch eine Tabelle mit einer einzigen Zeile. Diese enthält eine Mitteilung, dass man eine Onion-Webseite im Tor-Netzwerk aufrufen und dort einen Code eingeben soll, wenn man die Daten wiederhaben möchte.

Ruft man diese Seite auf, wird man aufgefordert, 0,06 Bitcoin an eine bestimmte Adresse zu überweisen, um die Daten zurückzuerhalten. Umgerechnet sind das etwa 570 Euro. Bezahlt hat den Betrag offenbar bisher niemand. Auf der angegebenen Bitcoin-Adresse gab es bislang keinen Geldeingang. Vermutlich könnten sich auch andere Personen Zugriff auf die MySQL-Datenbank verschaffen, da es sich aber um eine reine Informationsseite handelt, dürfte das Interesse daran gering sein.

Die Haupt-Webseite der Bundesrechtsanwaltskammer lief über denselben Server wie die BeA-Informationsseite, über einen Ausfall hier ist aber nichts bekannt. Möglicherweise nutzt diese Webseite keine MySQL-Datenbank und blieb daher von dem Angriff verschont. Inzwischen wurden die Webseiten der Bundesrechtsanwaltskammer ebenso wie die BeA-Subdomain auf einen neuen Server umgezogen.

Bundesrechtsanwaltskammer hat keine Hinweise auf Angriff

Die Bundesrechtsanwaltskammer bestreitet auf unsere Anfrage hin, dass es einen derartigen Ransomware-Vorfall überhaupt gegeben habe. Auf unsere Anfrage vor zwei Wochen antwortete man uns: "Wir haben aktuell keinerlei Hinweise bezüglich Angriffe auf unsere Seite." Auch auf eine Rückfrage heute teilte man uns mit, dass man keine Hinweise auf einen Ransomware-Angriff habe.

Ransomware-Angriffe auf ungeschützte Datenbanken sind nichts Ungewöhnliches. Regelmäßig werden offenstehende Datenbanken von Angreifern gelöscht und eine Datenrückgabe gegen Bitcoin versprochen. MySQL ist allerdings davon eher selten betroffen, da es ungewöhnlich ist, einen MySQL-Server so zu konfigurieren, dass ein nicht authentifiziertes Login möglich ist.

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