Abo
  • Services:
Anzeige
Statt elektronisch können sich Anwälte Nachrichten aus dem BeA per Briefpost zustellen lassen.
Statt elektronisch können sich Anwälte Nachrichten aus dem BeA per Briefpost zustellen lassen. (Bild: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images)

BeA: Soldan will Anwälten das Internet ausdrucken

Statt elektronisch können sich Anwälte Nachrichten aus dem BeA per Briefpost zustellen lassen.
Statt elektronisch können sich Anwälte Nachrichten aus dem BeA per Briefpost zustellen lassen. (Bild: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images)

Anwälten, die das besondere elektronische Anwaltspostfach BeA nicht nutzen wollen, will der Kanzleizulieferer Soldan einen besonderen Service bieten: Sie sollen sich nicht selbst um Einrichtung und Abholung kümmern, sondern die Nachrichten ausgedruckt und per Briefpost zugestellt bekommen. Das ist kurios - und mit Risiken verbunden.
Von Hauke Gierow

Rund um das besondere elektronische Anwaltspostfach (BeA) gibt es neben zahlreichen Sicherheitslücken eine weitere Kuriosität: Die Firma Hans Soldan GmbH will Anwälten bei der Pflicht der Postfachleerung helfen und bietet einen Ausdruckservice für BeA an. Das Unternehmen arbeitet seit Jahren als Dienstleister für Anwälte und bietet Kanzleimöbel, Webhosting sowie Hard- und Software für Anwälte an. Doch auch wenn die Firma den Anwälten das Abholen der Nachrichten abnehmen kann, sind diese weiterhin für mögliche Sicherheitsprobleme haftbar, die beim Dienstleister auftreten.

Anzeige

BeA wurde im Auftrag der Bundesrechtsanwaltskammer (Brak) vom IT-Dienstleister Atos entwickelt. Viel deutet darauf hin, dass der Bremer IT-Dienstleister Governikus ebenfalls in die Entwicklung eingebunden ist.

Das System geriet im Dezember zuerst in die Kritik, weil mit der Software ein Zertifikat mitinstalliert wurde. Nachdem dieses zurückgezogen worden war, forderte die Brak Anwälte zunächst auf, ein von der Brak selbst signiertes Zertifikat auf den Rechnern zu installieren. Damit könnten allerdings HTTPS-Verbindungen übernommen werden. Deswegen bezeichnet die Brak ihre ursprüngliche Anweisung mittlerweile als Sicherheitsrisiko und fordert zur Deinstallation des Zertifikats auf.

Für Anwälte ist die sogenannte passive Benutzungspflicht des Postfaches jedoch mit Änderungen der IT-Infrastruktur in der Kanzlei verbunden. Dabei kann es nach Informationen von Golem.de insbesondere in Umgebungen zu Problemen kommen, wo nicht an jedem Arbeitsplatz ein eigener Desktop-Rechner steht, sondern nur Terminals mit einem zentralen Server vorhanden sind. Dort stößt die Schlüsselverwaltung der Softwarelösung offenbar an Grenzen.

Für alle Kanzleien, die mit der selbstständigen Einrichtung des Postfaches überfordert sind, will die Firma Soldan eine Lösung anbieten. Das erste Paket beinhaltet dabei, dass die eingehenden Nachrichten aus dem Postfach abgeholt und bei der Deutschen Post als Dienstleister ausgedruckt, kuvertiert und auf dem normalen Postweg versendet werden.

Anwälte müssen ihren privaten Schlüssel weitergeben

Dafür müssen die Anwälte - logischerweise - ihren privaten Schlüssel für BeA an die Firma Soldan übergeben, damit diese die verschlüsselten Nachrichten abholen kann. Je nach konkreter Ausgestaltung des Angebotes hätte auch die Deutsche Post Zugriff auf die Schlüssel. Alternativ würde die Post als Dienstleister die Nachrichten über eine API zugestellt bekommen und direkt ausdrucken. Zu den Details der getroffenen Sicherungsmaßnahmen machte Soldan auf Anfrage von Golem.de allerdings keine konkreten Angaben.

Ein Sprecher des Unternehmens sagte, bei der Konzeption dieses BeA-Services seien die erhöhten Sicherheitsanforderungen berücksichtigt worden. Dabei seien drei Rechtskreise relevant: die berufsrechtliche Seite, die strafrechtliche Seite und nicht zuletzt die datenschutzrechtliche Dimension. "Insbesondere gehört natürlich eine nahtlose 'Verschwiegenheitskette' auch der von uns beauftragten Unternehmen und Dienstleister hierzu." Die Details der Lösungen seien in den Nutzungsbedingungen dokumentiert.

Anwälte tragen das Risiko 

eye home zur Startseite
TechnikSchaaf 20. Jan 2018

Das gilt wenn überhaupt aber nur für Versand mit der deutschen Post. Ich kann mitlweile...

Themenstart

silentburn 20. Jan 2018

Das umgehen die grosshändler mit pers. Adressierte werbung... Hab mehrere Kilo pro Monat

Themenstart

zampata 20. Jan 2018

Die Firma gibt es schon länger

Themenstart

Daedalus3 19. Jan 2018

Guten Morgen :D https://www.golem.de/news/bea-bundesrechtsanwaltskammer-verteilt-https...

Themenstart

Hackfleisch 19. Jan 2018

Eben. Wer in der Kleinstadt als typischer Einzelanwalt allen Kleinkram vertritt - dafür...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Raum Essen
  2. State Street Global Exchange (Europe) GmbH, Frankfurt
  3. CodeWrights GmbH, Karlsruhe
  4. GERMANIA Fluggesellschaft mbH, Berlin-Tegel


Anzeige
Spiele-Angebote

Folgen Sie uns
       


  1. Nach Einbruchsversuch

    Zehntausende Haushalte in Berlin ohne Telefon und Internet

  2. US-Gerichtsurteil

    Einbetten von Tweets kann Urheberrecht verletzen

  3. Anklage in USA erhoben

    So sollen russische Trollfabriken Trump unterstützt haben

  4. Gerichtsurteil

    Facebook drohen in Belgien bis zu 100 Millionen Euro Strafe

  5. Microsoft

    Windows on ARM ist inkompatibel zu 64-Bit-Programmen

  6. Fehler bei Zwei-Faktor-Authentifizierung

    Facebook will keine Benachrichtigungen per SMS schicken

  7. Europa-SPD

    Milliardenfonds zum Ausbau von Elektrotankstellen gefordert

  8. Carbon Copy Cloner

    APFS-Unterstützung wird wegen Datenverlustgefahr beschränkt

  9. Die Woche im Video

    Spezialeffekte und Spoiler

  10. Virtual RAN

    Telekom und Partner bauen Edge-Computing-Testnetz



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Materialforschung: Stanen - ein neues Wundermaterial?
Materialforschung
Stanen - ein neues Wundermaterial?
  1. Colorfab 3D-gedruckte Objekte erhalten neue Farbgestaltung
  2. Umwelt China baut 100-Meter-Turm für die Luftreinigung
  3. Crayfis Smartphones sollen kosmische Strahlung erfassen

Samsung C27HG70 im Test: Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
Samsung C27HG70 im Test
Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
  1. Volumendisplay US-Forscher lassen Projektion schweben wie in Star Wars
  2. Sieben Touchscreens Nissan Xmotion verwendet Koi als virtuellen Assistenten
  3. CJ791 Samsung stellt gekrümmten Thunderbolt-3-Monitor vor

Fujitsu Lifebook U727 im Test: Kleines, blinkendes Anschlusswunder
Fujitsu Lifebook U727 im Test
Kleines, blinkendes Anschlusswunder
  1. Palmsecure Windows Hello wird bald Fujitsus Venenscanner unterstützen
  2. HP und Fujitsu Mechanischer Docking-Port bleibt bis 2019
  3. Stylistic Q738 Fujitsus 789-Gramm-Tablet kommt mit vielen Anschlüssen

  1. Re: Geht doch auch mit alter Hardware...

    gehtjanx | 04:56

  2. Re: Hatte Hillary nicht mehr Stimmen bekommen?

    SJ | 04:42

  3. Re: Sind die dann genau so überteuert und...

    bombinho | 04:35

  4. Re: Redundanz

    bombinho | 04:17

  5. Re: Wie immer war alles nur ein "Versehen"

    Sarkastius | 04:12


  1. 21:36

  2. 16:50

  3. 14:55

  4. 11:55

  5. 19:40

  6. 14:41

  7. 13:45

  8. 13:27


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel