Abo
  • Services:

BeA: So geht es mit dem Anwaltspostfach weiter

Darf eine Webseite erkennen, ob ein Nutzer Anwalt ist? Und braucht es eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung? Auf dem BeAthon hat die Bundesrechtsanwaltskammer über die Zukunft des von Sicherheitsproblemen geplagten Anwaltspostfachs BeA diskutiert - und will es bald wieder aktivieren.

Ein Bericht von Hanno Böck veröffentlicht am
"Digital. Einfach. Sicher" heißt es nach wie vor auf der BeA-Webseite. Dass dem nicht so ist, darüber besteht inzwischen Einigkeit.
"Digital. Einfach. Sicher" heißt es nach wie vor auf der BeA-Webseite. Dass dem nicht so ist, darüber besteht inzwischen Einigkeit. (Bild: Brak)

Das besondere elektronische Anwaltspostfach, kurz BeA, hat bekanntlich mit zahlreichen Sicherheitsproblemen zu kämpfen. Es wurde Ende 2017 aufgrund von bekanntgewordenen Problemen mit eingebetteten TLS-Zertifikaten kurzfristig abgeschaltet und ist seitdem offline. Wie es weitergeht, hat die Bundesrechtsanwaltskammer (Brak) auf einem sogenannten BeAthon in Berlin diskutiert.

Die Herstellerfirma Atos beteiligte sich allerdings nicht an der Diskussion - sie sagte die Teilnahme kurz vor Beginn ab. Auch das Unternehmen Governikus, das maßgeblich an der Entwicklung von BeA beteiligt war, wurde von Atos angewiesen, nicht teilzunehmen. "Atos hat dann mit uns per Pressemitteilung kommuniziert", kommentierte das einer der Anwesenden.

Kurz vor der Veranstaltung gab Atos nämlich eine Pressemitteilung heraus, in der das Unternehmen erklärte, es habe der Brak nun eine neue Version von BeA bereitgestellt. Mit dieser sei das Problem mit dem TLS-Zertifikat gelöst. Auf die zahlreichen anderen Probleme ging Atos allerdings nicht ein.

BeA soll nach Sicherheitsgutachten in Betrieb gehen

Die Bundesrechtsanwaltskammer plant nach wie vor, das BeA grundsätzlich in seiner bisherigen Form wieder in Betrieb zu nehmen. Ein Datum dafür wollte sie aber explizit nicht nennen. Vorher sollen alle aufgeworfenen Sicherheitsfragen geklärt werden. Die Firma Secunet wurde beauftragt, die Sicherheit des Systems zu prüfen. Vertreter des Unternehmens nahmen am BeAthon teil, sie hielten sich aber überwiegend aus der Diskussion heraus.

Stellenmarkt
  1. T-Systems Multimedia Solutions GmbH, Berlin, Dresden, Jena, Leipzig oder Rostock
  2. ADAC Ostwestfalen-Lippe e.V., Bielefeld

Diskussionen darüber, ob das BeA ganz grundsätzlich neugestaltet werden soll, versuchte man aus der Veranstaltung herauszuhalten. Der Deutsche EDV-Gerichtstag plant für März ein Symposium, auf dem ganz generell über die zukünftige Ausrichtung und ein mögliches BeA Plus diskutiert werden soll.

Ein Zertifikat für jede Installation

Als Lösung für das Problem mit dem TLS-Zertifikat schlägt Atos nun vor, dass bei jeder Installation ein individuelles Zertifikat generiert wird. Eine solche Lösung hielten alle anwesenden Fachleute generell für akzeptabel - wenn sie denn korrekt implementiert ist. Sichergestellt werden muss dabei, dass in jedem Fall auch ein neuer privater Schlüssel erzeugt wird.

Das TLS-Zertifikat ist für die bestehende Konstruktion des BeA notwendig. Die Nutzung läuft über eine Webanwendung, die mit einem lokalen HTTPS-Server auf Port 9998 kommuniziert. Bei einer solchen Konstruktion ist es notwendig, dass der lokale HTTPS-Server Zugriff auf den privaten Schlüssel hat. Ein Anwalt äußerte Bedenken. Die manuelle Installation eines Sicherheitszertifikats sei in Kanzleien, in denen eine Sicherheitspolicy für das Netzwerk festgelegt wird, nicht einfach machbar.

Theoretisch gäbe es auch die Möglichkeit, komplett auf HTTPS und ein Zertifikat zu verzichten. Da die Verbindung sowieso nur auf dem eigenen Rechner stattfindet, ist eine Verschlüsselung nicht notwendig.

Ein Standard des World Wide Web Consortium (W3C) sieht vor, dass solche Localhost-Verbindungen auch über HTTP als sichere Verbindungen angesehen werden. Doch bisher unterstützen diesen Standard nur aktuelle Versionen von Chrome und Firefox.

Exploit mittels Java-Deserialisierung 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 69,90€ + Versand (Vergleichspreis 100,83€ + Versand)
  2. für 50,96€ mit Code: Osterlion19
  3. (aktuell u. a. ADATA XPG GAMMIX D3 DDR4-3200 8 GB für 49,99€ + Versand)

derdiedas 05. Feb 2018

Was erwartest Du denn? ATOS kann keine anständigen Gehälter zahlen (ansonsten würde das...

mimimi123 30. Jan 2018

Nein??

BernardMarx 30. Jan 2018

Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben diesen Eintrag zu schreiben. Ich habe...

intnotnull12 29. Jan 2018

Ja, aber die BRAK will ja offenbar ganz auf Nummer sicher gehen. So interpretiere ich den...

berritorre 29. Jan 2018

Kenne mich zwar nicht aus, ob das System auch für Anwälte passt. Aber du weisst ja wie...


Folgen Sie uns
       


Amazon Basics PC-Peripherie ausprobiert

Amazons Basics-Reihe beinhaltet eine Reihe von PC-Peripheriegeräten. Wir haben uns alles nötige bestellt und überprüft, ob sich ein Kauf der Produkte lohnt.

Amazon Basics PC-Peripherie ausprobiert Video aufrufen
TES Blades im Test: Tolles Tamriel trollt
TES Blades im Test
Tolles Tamriel trollt

In jedem The Elder Scrolls verbringe ich viel Zeit in Tamriel, in TES Blades allerdings am Smartphone statt am PC oder an der Konsole. Mich überzeugen Atmosphäre und Kämpfe des Rollenspiels; der Aufbau der Stadt und der Charakter-Fortschritt aber werden geblockt durch kostspielige Trolle.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Bethesda TES Blades startet in den Early Access
  2. Bethesda The Elder Scrolls 6 erscheint für nächste Konsolengeneration

Falcon Heavy: Beim zweiten Mal wird alles besser
Falcon Heavy
Beim zweiten Mal wird alles besser

Die größte Rakete der Welt fliegt wieder. Diesmal mit voller Leistung, einem Satelliten und einer gelungenen Landung im Meer. Die Marktbedingungen sind für die Schwerlastrakete Falcon Heavy in nächster Zeit allerdings eher schlecht.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer und dpa

  1. SpaceX Raketenstufe nach erfolgreicher Landung umgekippt
  2. Raumfahrt SpaceX zündet erstmals das Triebwerk des Starhoppers
  3. Raumfahrt SpaceX - Die Rückkehr des Drachen

Fitbit Versa Lite im Test: Eher smartes als sportliches Wearable
Fitbit Versa Lite im Test
Eher smartes als sportliches Wearable

Sieht fast aus wie eine Apple Watch, ist aber viel günstiger: Golem.de hat die Versa Lite von Fitbit ausprobiert. Neben den Sport- und Fitnessfunktionen haben uns besonders der Appstore und das Angebot an spaßigen und ernsthaften Anwendungen interessiert.
Von Peter Steinlechner

  1. Smartwatch Fitbit stellt Versa Lite für Einsteiger vor
  2. Inspire Fitbits neues Wearable gibt es nicht im Handel
  3. Charge 3 Fitbit stellt neuen Fitness-Tracker für 150 Euro vor

    •  /