BDI: Industrie will Gratis-Gigabit-Netz für Mittelstand

Der Bundesverband der deutschen Industrie hat Minister zusammengerufen, um mehr Gratiskultur für Gigabitnetz einzufordern. Kleine und mittelständische Unternehmen sollen Zuschüsse zum Glasfaseranschluss erhalten.

Artikel veröffentlicht am ,
Netzausbau der Telekom
Netzausbau der Telekom (Bild: Deutsche Telekom)

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) fordert, dass die Regierung Gutscheine an kleine und mittelgroße Unternehmen ausgeben soll, mit denen der Anschluss an das Gigabit-Netz eingefordert werden kann. "Viel effektiver als ein in der Umsetzung extrem aufwendiger Rechtsanspruch wäre eine gezielte Anreizpolitik zur Erreichung eines flächendeckenden Zugangs zum schnellen Internet", heißt es in dem Positionspapier, das der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vorliegt. "Nachfrageförderung in Form von wie auch immer ausgestalteten Gigabit-Vouchern könnte beispielsweise ein sinnvolles Instrument sein."

Vorbild sind die britischen Gigabit Broadband Voucher. Die Zahl der schnellen Internetanschlüsse sei dadurch in Großbritannien deutlich gestiegen, erklärte der BDI. Das Gigabit Broadband Voucher Scheme des Department for Digital, Culture, Media and Sport (DCMS) in Großbritannien ist jedoch nur mit 67 Millionen Pfund (76,7 Millionen Euro) ausgestattet. Unternehmen können bis zu 3.000 Pfund für die Anschlusskosten beanspruchen. Aber auch Anwohner können im Rahmen eines Gruppenprojekts mit einem Gutschein im Wert von 500 Pfund von der Regelung profitieren. Für private Haushalte fordert der BDI keine Zuschüsse.

BDI gegen hohe 5G-Versteigerungserlöse

Zur Versteigerung der Funkfrequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G fordert der BDI: "Die Frequenzvergabe darf nicht primär auf eine Maximierung der Auktionserlöse ausgerichtet sein." Die Unternehmen brauchten auch noch Geld für den Ausbau der Netze.

Die deutsche Wirtschaft kritisiert, dass der Gigabit-Ausbau und 5G-Aufbau zu lange dauern. In einem Appell an seine Bundesregierung fordert der Präsident des BDI, Dieter Kempf, die beteiligten Ministerien zu einer besseren Zusammenarbeit auf. Es müsse "eine klare Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen den Ministerien und dem Bundeskanzleramt erfolgen", heißt es in dem Positionspapier, das an diesem Mittwoch auf einer Konferenz der Verbände BDI und DIHK veröffentlicht werden soll. An der Veranstaltung "Geht nicht gibt's nicht - Gigabitnetze für Deutschland" nehmen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und der Vizepräsident der Bundesnetzagentur, Wilhelm Eschweiler, teil.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anonymer Nutzer 11. Okt 2018

Gab es denn öffentlich geäußerte Kritik dazu, z.B. nen kritischen Artikel im Lokalblatt?

multivac 11. Okt 2018

there aint no such thing as a free lunch - Robert A. Heinlein

Prokopfverbrauch 10. Okt 2018

Genau, die Frequenzversteigerungen erzielen im Grunde nichts anderes als eine umgelegte...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Starship Troopers
Paul Verhoevens missverstandene Satire

Als Starship Troopers in die Kinos kam, wurde ihm faschistoides Gedankengut unterstellt. Dabei ist der Film des Niederländers Paul Verhoeven eine beißende Satire.
Von Peter Osteried

25 Jahre Starship Troopers: Paul Verhoevens missverstandene Satire
Artikel
  1. Discounter: Netto bringt Balkonkraftwerk mit 820 Watt Peak
    Discounter
    Netto bringt Balkonkraftwerk mit 820 Watt Peak

    Netto hat ein Balkonkraftwerk mit 820 Watt (Peak) im Angebot, das direkt an eine Steckdose angeschlossen werden kann und die Stromrechnung reduzieren soll.

  2. Arbeit im Support: Von der Kunst, Menschen und Technik zu jonglieren
    Arbeit im Support
    Von der Kunst, Menschen und Technik zu jonglieren

    Geht nicht, gibt's oft - und dann klingelt das Telefon beim Support. Das Spektrum der Probleme ist gewaltig und die Ansprüche an einen guten Support auch. Ein Leitfaden für (angehende) Supportmitarbeiter.
    Ein Ratgebertext von Lutz Olav Däumling

  3. OpenAI: ChatGPT-Firma lässt Programmierer die KI trainieren
    OpenAI
    ChatGPT-Firma lässt Programmierer die KI trainieren

    OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat Hunderte von Freiberuflern aus Schwellenländern zum Trainieren von Programmierfähigkeiten der KI eingesetzt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Samsung 980 PRO 1TB Heatsink 111€ • Patriot Viper VPN100 2TB 123,89€ • Corsair Ironclaw RGB Wireless 54€ • Alternate: Weekend Sale • WSV bei MediaMarkt • MindStar: XFX RX 6950 XT 799€, MSI RTX 4090 1.889€ • Epos Sennheiser Game One -55% • RAM-/Graka-Preisrutsch [Werbung]
    •  /