BDI: Industrie für schnelle 5G-Errichtung statt Vertrauensschwüre

Die deutsche Industrie will keine Vertrauenswürdigkeitserklärung von den 5G-Ausrüstern einholen müssen. Diese Erklärungen seien wirkungslos, gefragt sei dagegen Cyber-Resilienz.

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BDI-Gigabit-Veranstaltung: Von Milchkannen und Flugtaxis
BDI-Gigabit-Veranstaltung: Von Milchkannen und Flugtaxis (Bild: BDI)

Der jüngste Entwurf der Bundesnetzagentur für Bau und Betrieb eines 5G-Netzes erfüllt die Anforderungen der Industrie an Sicherheit und Anwendbarkeit nicht. Das gab der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) am 21. Oktober 2019 bekannt. Eine Vertrauenswürdigkeitserklärung lehnt die Industrie ab: "Diese Erklärung erhöht nicht die Cyber-Resilienz, sondern schafft mehr Bürokratie. Internationale Zulieferer wären gezwungen, zwischen der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben in ihrem Heimatmarkt oder der Vertrauenswürdigkeitserklärung abzuwägen." Im Ergebnis drohe der Wert dieser Erklärungen wirkungslos zu werden.

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Cyber-Resilienz steht für das Einstellen auf schadhafte Cybervorfälle aus allen Bereichen und dem Entgegenwirken. Resilienz ist ein Begriff aus der Psychologie und beschreibt die Widerstandsfähigkeit von Menschen gegen negative Einflüsse. Für die deutsche Industrie sei ein leistungsfähiges und sicheres 5G-Netz von zentraler Bedeutung.

Der Entwurf der Bundesnetzagentur vom Oktober 2019 sieht vor, dass kritische 5G-Komponenten zertifiziert werden, ein Nachweis der Vertrauenswürdigkeit von Herstellern und Lieferanten eingeholt wird, die Produktintegrität sichergestellt wird, ein Sicherheitsmonitoring eingeführt ist, nur eingewiesenes Fachpersonal in sicherheitsrelevanten Bereichen eingesetzt werden kann, genügend Redundanzen vorhanden sind und Monokulturen vermieden werden.

Die Bundesregierung sollte sich laut BDI aber darauf konzentrieren, europäische Cybersicherheits-Anforderungen an 5G-Netzwerkkomponenten auf Basis des EU Cybersecurity Acts zu erarbeiten. Diese sollten neben technischen auch regulatorische Kriterien umfassen und rasch entwickelt werden. Mit Blick auf sensible Produkte im 5G-Netz müssen bestimmte Sicherheitsstandards gelten. Diese müssen europaweit klarer Bestandteil einer jeden Ausschreibung sein und beim Einsatz berücksichtigt werden.

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Tempo beim Rollout sei entscheidend für den Erfolg von 5G in Deutschland. Die Wirtschaft fordert einfache und schnellere Genehmigungsverfahren für den Aufbau der Fest- und Mobilfunknetze. Für die Unternehmen, die lokale Campusnetze beantragen wollen, müssen die Verfahren rasch umsetzbar und die Nutzung des Spektrums planbar sein. Deutschland hatte in diesem Jahr 5G-Frequenzen für 6,5 Milliarden Euro an Netzbetreiber versteigert, einen Teil der Frequenzen im Bereich 3.700 MHz bis 3.800 MHz zur lokalen und regionalen Nutzung und bei 26 GHz aus der Auktion herausgenommen und für die Industrie, Forschung und Landwirtschaft reserviert. Das Bundesfinanzministerium hatte in der Ressortabstimmung auf deutlich höhere Gebühren gedrängt, weshalb das Verfahren nun stockt.

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