BCIX: Vodafone kommt nicht ohne regionales Peering aus

Vodafone hat sein Transportnetz an den Berliner Internetaustauschpunkt BCIX (Berlin Commercial Internet Exchange) angeschlossen. Das gab das Unternehmen am 22. Januar 2021 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . "Willkommen zurück. Wir begrüßen die AS3209 der Vodafone als neues Peering-Mitglied mit 100 GBit/s" , erklärte der BCIX-Betreiber.
Vodafone hatte sich im August 2020 mit seinem TV-Kabelnetz von bisherigen regionalen Peering-Partnern zurückgezogen(öffnet im neuen Fenster) . Kabel Deutschland AS31334 sei "jetzt vollständig auf das Vodafone AS3209 migriert (...). Wir werden in den nächsten Tagen damit beginnen, alle unsere Peerings außer Betrieb zu setzen" , erklärte der Konzern in einem Schreiben an die Partner. Dadurch entstanden laut Branchenkreisen Überlasten und Public-Peering-Kapazität fiel ganz weg oder wurde reduziert. Demnach gibt es am DUS einen 100-GByte-Link weniger, beim HAM fiel ein 100-GByte-Link weg und beim BCIX/ECIX BER brach ein 220-GByte-Link komplett weg. Laut Vodafone konnte von Kapazitätsengpässen jedoch überhaupt keine Rede sein. Durch das aktuelle Routing verfüge man in Kombination mit den Direktverbindungen über noch mehr Kapazität als zuvor.
Nun erklärte Vodafone, durch den direkten Anschluss an den BCIX werde "für mehrere Millionen Haushalte in Berlin und in Städten wie Leipzig und Dresden" das Tempo im Kabelnetz und im Mobilfunk erhöht.
Beim Peering schalten sich Internet Service Provider, Content Provider, Netzwerk-Service-Provider und Unternehmen mit eigenem Netzwerk zusammen, um direkt und meist kostenneutral Daten auszutauschen, in der Regel an Internetknoten. Hier laufen die teilnehmenden Netzwerke zusammen, am DE-CIX in Frankfurt sind das beispielsweise über 1.000 Netzwerke. Indem diese Netzwerke ihre Daten über den Internetknoten direkt miteinander austauschen, müssen die Daten keine langen Wege bis zum nächsten Punkt zurücklegen, an dem sich die direkten Glasfasern vernetzen.