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BBK-Chef muss gehen: Verpatzter Warntag hat personelle Konsequenzen

Der Chef des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz muss gehen. Grund soll der jüngste Warntag sein, an dem viele Menschen in Deutschland keine Warnungen erhalten haben.
/ Tobias Költzsch
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In Teilen Deutschlands wurden am Warntag 2020 Bürger nicht benachrichtigt. (Bild: Pixabay)
In Teilen Deutschlands wurden am Warntag 2020 Bürger nicht benachrichtigt. Bild: Pixabay

Der verpatzte Warntag 2020 hat offenbar ein Nachspiel: Nach Angaben des RBB(öffnet im neuen Fenster) muss der Chef des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Christoph Unger, seinen Posten räumen. Der Rundfunkanstalt zufolge hat dies Bundesinnenminister Horst Seehofer beschlossen.

Am Warntag 2020 am 10. September 2020 sollten deutschlandweit alle Warnsirenen heulen, Fernseh- und Radiosendungen unterbrochen werden und Nutzer der Warn-Apps Nina und Katwarn benachrichtigt werden. Besonders die Warnungen per App haben jedoch nicht funktioniert oder kamen mit bis zu halbstündiger Verspätung.

Entsprechend bezeichnete das Bundesinnenministerium den Warntag 2020 auch als fehlgeschlagen: Im Ernstfall wären die Warnmeldungen bei einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung nicht angekommen. In Berlin beispielsweise gibt es keine Sirenen mehr, wer sich dort nur auf die App verlässt, sollte im Falle eines Falles natürlich benachrichtigt werden.

Probleme sollen aufgearbeitet werden

Dem RBB zufolge hat das Bundesinnenministerium angekündigt, die Vorgänge umfassend aufzuarbeiten. Unger hatte nach dem Warntag lokale Leitstellen für den Zusammenbruch des Warnnetzes verantwortlich gemacht. Diese hätten anders als vereinbart selbst Warnmeldungen verschickt, die zu einer Überlastung des Systems geführt hätten. Ursprünglich soll vereinbart gewesen sein, dass nur das BBK zentral von Bonn aus Warnmeldungen verschickt.

Unger war seit 2004 Chef des BBK. Wer sein Nachfolger wird, ist noch nicht bekannt. Bis zum Warntag 2021 sollen die diesjährigen Defizite beseitigt sein. Der Warntag soll künftig einmal im Jahr am zweiten Donnerstag im September stattfinden.


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