Bayrischer Rundfunk: Netzbetreiber würden bei 5G die Nutzer täuschen
Laut dem Leiter Planung und Technik des Bayrischen Rundfunks, Helwin Lesch, täuschen die Netzbetreiber bei 5G die Öffentlichkeit. "Was man in den letzten Jahren verkauft und erzählt hat, war in der Regel 4G mit einem bisschen mehr. Echtes 5G gibt es jetzt seit wenigen Monaten" , sagte Lesch im Interview mit dem eigenen Sender(öffnet im neuen Fenster) . Tatsächlich hat 5G nur im Bereich 3,6 GHz auch 5G-Eigenschaften mit Datenübertragungsraten von 1 GBit/s und mehr. Bei den anderen Frequenzbereichen handelt es sich um Refarming.
Das gegenwärtig genutzte 5G (Non-Standalone) nutzt noch den LTE-Kern. 5G NSA braucht LTE für das Einbuchen ins Netz und für Session Control. Für die User Plane (Up and Down) wird 5G New Radio eingesetzt. 5G im Standalone-Betrieb (SA) bietet mit einem eigenen 5G-Core Network Slicing, URLLC (Ultra Reliable and Low Latency Communications) mit geringer Latenz und eine erweiterte Sicherheitsarchitektur. Der Technikchef der Telekom Deutschland, Walter Goldenits, bezeichnete am 30. August 2021 5G Standalone als "technische Spielerei" .
Die Mobilfunkbetreiber hätten bei jedem Standort nur die Rendite als einziges Ziel, meinte Lesch. "Wenn man darüber hinaus Katastrophensicherheit haben will, dann muss man nicht nur auf die Lage des Standorts achten, dass er keine nassen Füße kriegt, sondern eben auch, dass er von der Stromversorgung unabhängig weiterarbeiten kann." Die 160 Sendeanlagen des BR seien in der Regel durch Diesel und ein Notstromaggregat abgesichert. "Sie senden solange, wie Diesel verfügbar ist" , sagte Lesch mit Blick auf Umweltkatastrophen wie dem Julihochwasser 2021 in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
Schwarzfallfest: Batteriepuffer in Mobilfunkanlagen
Bei den Mobilfunkplattformen sei "keine Reserve da. Da sind ein paar Kondensatoren, die noch eine Weile, ein paar Minuten vielleicht, das Ding am Leben halten" , erklärte Lesch. Der Weiterbetrieb sei laut Lesch schlicht nicht im Zielkorridor der Mobilfunkunternehmen, wozu es auch keine staatlichen Auflagen gebe.
Doch gewöhnlich sind Mobilfunkstandorte mit 4- oder 8-Stunden-Batteriepuffer ausgestattet, Notstromaggregate werden eher im Bereich des Behördenfunks eingesetzt, hat Golem.de aus Branchenkreisen erfahren. Werden die Anlagen jedoch von Hochwasser vollständig weggerissen , ist auch die Zusatzversorgung sinnlos.
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