Bayern: Widerstand gegen UKW-Abschaltung wächst

Die Privatsender in Bayern wehren sich gegen eine UKW-Abschaltung, die der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) für das Jahr 2032 festlegen will. Wie der Vorsitzende der Vereinigung Bayerischer Rundfunkanbieter (VBRA), Felix Kovac, erklärte, gefährde die geplante Beendigung von UKW die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Privatradios in Bayern.
Die Radiovielfalt stehe auf dem Spiel, warnt ein Brandbrief an die Staatsregierung und die Fraktionen im Landtag. "Das wäre ein fatales Signal für den Medienstandort Bayern, zumal benachbarte Bundesländer den gegenteiligen Weg gehen und UKW verlängern. Deshalb sprechen wir uns gegen die Pläne der BLM aus, zumal wir der Auffassung sind, dass diese gar nicht zuständig ist. Eine so grundlegende Entscheidung darf ausschließlich der parlamentarische Gesetzgeber treffen" , erklärte Kovac, der zugleich Geschäftsführer bei Antenne Bayern ist, in einer Stellungnahme, die Golem.de vorliegt.
Wer die UKW-Abschaltung will
Seit Jahren gibt es eine Debatte um die Abschaltung von UKW in Deutschland. Vor allem Vertreter von privaten Hörfunkveranstaltern wehren sich gegen einen solchen Schritt zugunsten von Internetradio und DAB+, weil sie Einbrüche in der Reichweite für ihre werbefinanzierten Programme und hohe Umstellungskosten befürchten. Die gebührenfinanzierten Sender haben hier andere Interessen. Die ARD prüft bereits für das Jahr 2024 einen Ausstieg aus UKW, hat jedoch erklärt, dass damit noch kein Termin gesetzt sei.
Laut Kovac würde eine UKW-Abschaltung vor allem spürbare Folgen für die Menschen in Bayern haben. "Ihnen wird ein vertrauter Empfangsweg zum Radiohören genommen. Fast in jedem Haushalt, in jeder Firma in Bayern steht mindestens ein UKW-Radio. Auch im Auto können Verkehrsnachrichten und Warnmeldungen dann nicht mehr über UKW empfangen werden." Daher setze man sich wir für eine langfristige Verlängerung der UKW- und DAB+-Zuweisungen im Wege einer gesetzlichen Lösung ein.