Bayern: Telekom überbaut UGG und greift Deutsche Glasfaser an
Der Überbau von Glasfaserprojekten der Konkurrenz durch die Deutsche Telekom geht weiter. Das berichteten der Merkur(öffnet im neuen Fenster) aus Hohenpeißenberg und die Lokalzeitung Unser Würmtal(öffnet im neuen Fenster) , eine Region im Südwesten Münchens mit den Orten Gräfelfing, Krailling, Planegg, Gauting und Starnberg.
Laut Merkur baute Unsere Grüne Glasfaser (UGG) in der Gemeinde Hohenpeißenberg im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau nach einiger Verzögerung den Ort nun fast komplett mit FTTH aus. Begonnen wurde im Juli 2023(öffnet im neuen Fenster) , es folgte die Insolvenz der Baufirma. Im Frühjahr 2026 könnte der Ausbau abgeschlossen werden.
Am 24. November 2025 kündigte die Telekom(öffnet im neuen Fenster) derweil an, im zweiten Quartal 2026 mit dem Glasfaserausbau in Hohenpeißenberg zu beginnen. "Rund 1.700 Haushalte und Unternehmen werden von dem Ausbau profitieren" , erklärte das Unternehmen. Der Ort hat fast 4.000 Einwohner.
Bürgermeister spricht für und gegen die Telekom
Der Erste Bürgermeister Thomas Dorsch sagte der Telekom: "Für uns ein herausforderndes Projekt, weil ein bereits durchgeführter Ausbau kurz vor dem Abschluss steht. Hohenpeißenberg ist im Ergebnis dann die einzige Kommune in der Region, die über zwei Glasfasernetze mit dann vielfältigen Leistungsangeboten für den Bürger verfügt." Im Ergebnis sei es aber für die "Kommune von Vorteil, dass auch die Telekom jetzt in den Glasfaserausbau in Hohenpeißenberg investiert" .
Dem Merkur erklärte Dorsch aber, die Gemeinde habe, als der Glasfaserausbau anstand, auch Gespräche mit der Telekom geführt. Damals habe es geheißen, Hohenpeißenberg sei nicht interessant. Auch später habe die Kommune dem Unternehmen vorgeschlagen, den Glasfaserausbau mit der UGG gemeinsam durchzuführen, was die Telekom abgelehnt habe.
Die Telekom kann nach eigenen Angaben beim Ausbau auf ihr dort bestehendes Glasfasernetz zurückgreifen, womit offenbar Vectoring gemeint ist. Die Bauarbeiten hielten sich deswegen in Grenzen, erklärte der Netzbetreiber.
In Würmtal hatte die Telekom bereits im Jahr 2023, als GVG Glasfaser bereit war, alle Gemeinden und Randgebiete zu versorgen, schnell den Ortskern von Gauting ausgebaut. Dadurch erreichte GVG nicht die nötige Quote und der Ausbau scheiterte, wie die Lokalzeitung schreibt.
Vor wenigen Monaten erklärte die Telekom dann laut Unser Würmtal zweimal offiziell, weder in Krailling noch in Gräfelfing einen Ausbau zu planen. Doch als die Deutsche Glasfaser in Krailling 33 Prozent der Anwohner in der Vorvermarktung erreichte, konterte die Telekom mit Ausbauangeboten in den Ortskernen von Gräfelfing und Krailling. Unklar ist, wie es jetzt weitergeht, da Deutsche Glasfaser sich beim Ausbau nicht auf einen Termin festlegte.
Das gleiche Muster seit Jahren
Sven Knapp, Leiter des Hauptstadtbüros des Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation), sagte Golem, die Beispiele belegten, dass die Telekom konkret geplante oder bereits gebaute Glasfasernetze von Konkurrenten überbaue, wobei das Muster seit Jahren gleich sei.
"Zunächst wird ein Ausbauinteresse verneint, doch sobald ein Wettbewerber aktiv wird, folgt plötzlich die Ankündigung des eigenen Ausbaus – häufig nur für lukrative Gebiete. Das fatale Ergebnis: In manchen Kommunen entstehen zwei Glasfasernetze, während andere Regionen leer ausgehen."
Anstatt die Netze der Wettbewerber zu "fairen Konditionen" zu nutzen, reiße die Telekom offenbar lieber ein zweites Mal die Straße auf. Die Bundesnetzagentur müsse endlich tätig werden und wirksame Maßnahmen ergreifen – falls erforderlich auch mit Unterstützung des Gesetzgebers -, um solche Fehlentwicklungen zu verhindern, sagte Knapp.
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