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(Bild: IfmPt)

Bayern: Polizei nutzt Predictive-Policing-Software gegen Einbrecher

Bayern will die Prognosesoftware PRECOBS einsetzen. Die Predictive-Policing-Software ist bereits in der Schweiz getestet worden.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wird eine Prognosesoftware erproben, die errechnet, wann und wo Einbrüche mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten sind: "Durch das neue Analyseinstrument könnten wir unsere Einsatzkräfte noch gezielter in die Brennpunkte steuern", erklärte Hermann am 6. August 2014. Das Prognoseprogramm arbeite auf mathematisch-kriminologischer Basis.

Mit geografischen Fallanalysen könnten Kriminalitätsschwerpunkte gefunden werden. Herrmann: "Ab Oktober 2014 testen wir im Rahmen einer Machbarkeitsstudie für ein halbes Jahr in München und Nürnberg, ob dieses Prognoseinstrument unsere tägliche Lagearbeit bei der bayerischen Polizei sinnvoll ergänzen kann." Zum ersten Mal zum Einsatz kam das Analysesystem vor rund einem Jahr bei der Stadtpolizei Zürich. "Die ersten Ergebnisse in Zürich sind vielversprechend", erklärte Herrmann. "86 Prozent der Prognosen waren zutreffend. Gleichzeitig gingen die Einbruchsfälle stadtweit in einem halben Jahr um knapp 40 Prozent zurück."

Die Stadtpolizei Zürich habe im Juli 2014 entschieden, die Prognosesoftware PRECOBS des Instituts für musterbasierte Prognosetechnik (IfmPt) aus Deutschland dauerhaft im Tagesbetrieb einzusetzen. Bei 5 von 6 Prognosen hätten sich Folgestraftaten ereignet, erklärte der Predictive-Policing-Hersteller.

Das PRECOBS-System sei zuvor in die IT-Infrastruktur der Stadtpolizei eingebunden worden und habe seit Herbst 2013 automatisierte Prognosen für den Tagesbetrieb geliefert.

Für Aufsehen hatte zuvor ein Fachvortrag von Dieter Schürmann über Predictive Policing gesorgt. Schürmann ist Landeskriminaldirektor beim Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Behördenspiegel erzählte er von einem geplanten Pilotprojekt der nordrhein-westfälischen Polizei: "Stellen wir in einem Ort das gleichzeitige Aufkommen ausländischer Transportfahrzeuge und die Verwendung ebenso ausländischer Telefonkarten fest, und das in regionalen Bereichen, die sich für mobile Einbruchstäter aufgrund ihrer Lage, etwa in Grenznähe oder Nähe der Autobahn, besonders eignen, sollte man aufmerksam werden", erklärte Schürmann.

Ein Sprecher des Ministeriums ließ auf Anfrage von Golem.de offen, ob das Blatt Schürmann korrekt zitiert habe.

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