Bayern: Landtagsabgeordneter nennt 50 MBit/s Steinzeit

Der Chef der Landtagsfraktion der Freien Wähler in Bayern hat die Breitbandpläne der Bundesregierung kritisiert. Hubert Aiwanger erklärte am 3. Januar 2016(öffnet im neuen Fenster) : "Die Marke '50 Megabit bis 2018' ist Steinzeit, bis dahin brauchen wir deutlich über 100 MBit/s Übertragungsleistung."
Schnelles Internet in der Stadt und langsames Internet auf dem Land – Bayern und Deutschland seien digital gespalten. Ohne schnelles Internet werde das Land weiter zurückfallen und Menschen sowie Arbeitsplätze an die ohnehin überfüllten Städte verlieren, sagte Aiwanger.
Auch der Präsident des CDU-Wirtschaftsrates, Werner Michael Bahlsen, hatte die schwarz-rote Bundesregierung zu mehr Tempo und Einsatz beim Breitbandausbau aufgefordert. "Wir sind viel zu langsam und werden von Staaten wie Südkorea gnadenlos abgehängt" , sagte Bahlsen im Juni 2015. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, dass bis Ende 2018 in ganz Deutschland Bandbreiten von mindestens 50 MBit/s verfügbar sein sollen. Die Südkoreaner hätten sich inzwischen aber schon Ausbauziele im GBit-Bereich gesetzt.
Langfristiger Glasfaserausbau wird benachteiligt
Die deutschen Landkreise kritisieren , dass längerfristige Projekte für den Ausbau mit FTTH oft nicht staatlich gefördert würden. Der Sprecher des Deutschen Landkreistags Markus Mempel sagte Golem.de, das liege an den Förderbedingungen des Bundes, in denen das Kriterium "Fertigstellung bis Ende 2018" vorgesehen ist. Diese schließen einen Glasfaserausbau zwar nicht völlig aus, jedoch ist der Abschluss bis Ende 2018 Bedingung.