Bay Trail: Intel erwartet Windows-8-Tablets für 200 US-Dollar

Intels scheidender Konzernchef Paul Otellini hat in einer Telefonkonferenz zur aktuellen Bilanz des Chipherstellers angekündigt, dass die Preise für Tablets mit Windows 8 bald deutlich sinken sollen. Bisher sind solche Geräte wie der Ativ Smart PC von Samsung oder das Lenovo Ideapad Lynx nur mit 12-Zoll-Displays und Preisen ab rund 600 Euro erhältlich.
Wie unser Test des Smart PC zeigte, ist dabei trotz des x86-Prozessors das beste beider Welten nicht vereint: Für herkömmliche Desktopanwendungen ist der aktuelle Atom Z2760 in Verbindung mit Embedded-MMCs als Massenspeicher zu langsam. Gerade die große Zahl der x86-Anwendungen wäre gegenüber den Windows-RT-Tablets ein Vorteil.
Zudem sind die Tablets mit der gewohnten Version von Windows 8 nicht gerade billig. Sie sollen aber, wie Otellini sagte, bei Erscheinen des neuen Atom mit dem Codenamen Bay Trail schon zu Preisen um 200 US-Dollar zu haben sein. Wie groß dann die Displays sein werden, die bei Tablets zu den teuersten Bauteilen gehören, gab Otellini aber nicht an. Solch billige Tablets gibt es mit Android bisher nur mit 7-Zoll-Bildschirmen, ein Windows-8-Tablet in dieser Größe hat bisher kein Unternehmen angekündigt.
In der vergangenen Woche hatte Intel Bay Trail näher vorgestellt . Das neue Atom-SoC soll gegenüber Clover Trail (Atom Z2760) doppelt so viel Rechenleistung bei vergleichbarer Leistungsaufnahme bieten. Dabei soll das Versprechen "all day" ohne Aufladen arbeiten zu können weiterhin eingehalten werden. Das hängt aber bei allen mobilen Geräten stark von der Art der Verwendung ab. Aktuelle 12-Zoll-Tablets mit Windows 8 kommen beispielsweise beim Videoabspielen nur auf rund 6 Stunden.
Intel beeilt sich nicht nur bei der Technik, auch beim Termin: Bereits zum Weihnachtsgeschäft 2013 sollen die Bay-Trail-Tablets erhältlich sein. Dies gab das Unternehmen schon vor Otellinis Ankündigung der Billig-Tablets bekannt.



