Bausatz: Erster Hersteller verkauft PC ohne RAM

Paradox Customs bietet in seinem Konfigurator neuerdings eine Option an, die in der System-Builder-Branche ungewöhnlich ist: Kunden können fertige PCs ohne Arbeitsspeicher bestellen. Der Hersteller begründet den Schritt mit aktuellen Lieferengpässen und steigenden RAM-Preisen. Wer bereits kompatible Module besitzt oder spezielle Marken bevorzugt, kann so Geld sparen und die Hardware nach Erhalt des Systems selbst einbauen, wie Videocardz berichtet.(öffnet im neuen Fenster)
PC-Hersteller können bei Lieferschwierigkeiten üblicherweise höhere Kosten an Kunden weitergeben oder das Angebot reduzieren. Paradox Customs testet nun einen dritten Weg: Die Komponente wird für bestimmte PCs komplett ausgeklammert.
Support-Fragen bleiben offen
Die neue Option wirft Fragen zur Gewährleistung auf. Bei Komplett-PCs validiert der Hersteller normalerweise, dass alle Komponenten reibungslos zusammenarbeiten. Wenn Kunden eigenen RAM einbauen, wird diese Kompatibilitätsprüfung obsolet.
So stellt sich die Frage, wer die Verantwortung bei Problemen trägt. Leistet der System-Builder Support für Hardware, die er nicht verkauft hat? Oder müssen Kunden sich direkt an den Speicherhersteller wenden?
Definition von Komplett-PC verschwimmt
System-Builder bieten gelegentlich auch Systeme ohne SSDs an, allerdings ist diese Praxis selten. RAM-freie Systeme sind hingegen etwas Neues. Der Einbau von Speichermodulen ist zwar mechanisch simpel, die funktionale Validierung erfordert aber mehr technisches Wissen als das Wechseln von SSDs. Die Grenze zwischen Komplett-PC und Teil-Bausatz beginnt zu verschwimmen.
Falls sich Lieferengpässe fortsetzen, könnten andere Hersteller nachziehen.



