Holzbau gegen den Klimawandel
"Wir entnehmen dem Wald nicht mehr Holz als nachwächst", sagte Erik Preuß von der Kieler Beratungsstelle Holzbauzentrum Nord vor einiger Zeit dem NDR. Zumindest vorerst: "Aber es wäre sicher falsch zu sagen: 'Ab morgen machen wir alles aus Holz' - das würde die Wälder überfordern."
Wird ein Haus abgerissen, kann das Baumaterial recycelt werden. Schlimmstenfalls wird es verbrannt und emittiert dabei nicht mehr Kohlendioxid, als es beim Wachstum gebunden hat. Problematisch sind derzeit noch die Stoffe, mit denen das Holz bearbeitet wird, bevor es verbaut werden kann. Allerdings ist Störmer sich sicher, dass dafür in Zukunft noch umweltverträglichere Lösungen gefunden werden.
Hamburg fördert den Holzhausbau
Wegen des Umweltaspekts fördert Hamburg beispielsweise Bauen mit Holz. Ende 2019 hat der rot-grüne Senat einen Klimaplan für die Hansestadt beschlossen. Danach sollen bis 2030 die Kohlendioxidemissionen verglichen mit dem Niveau von 1990 um 55 Prozent gesenkt werden. Dazu soll der Einsatz des Baustoffs Holz beitragen. Es wird sogar eine eigene Hamburger Holzbau-Strategie entwickelt, inklusive einer finanziellen Förderung entsprechender Projekte. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen kommt.
Störmer Murphy and Partners beschäftigt sich seit etwa Mitte des vergangenen Jahrzehnts mit dem Thema Holzbau. Das Projekt am Baakenhafen ist aus einem Wettbewerb entstanden, den das städtische Entwicklungs- und Vermarkungsunternehmen Hafencity GmbH und das Immobilienunternehmen Garbe ausgeschrieben hatten. Störmer Murphy and Partners entwarf einen Holzbau - aber kein Hochhaus - und belegte damit den dritten Platz.
Garbe bekam ein Grundstück gestellt, mit der Aufforderung, die Wildspitze zu bauen. Dass es ein Hochhaus werden soll, habe im Bebauungsplan gestanden, sagt Störmer. Der politische Wille, ein solches Projekt umzusetzen, sowie das Interesse von Garbe an der neuen Bauform habe sehr geholfen, dass die Wildspitze gebaut werden könne.
Eine zweite Fassade aus Glas bietet Lärmschutz
Mit 65 Metern wird die Wildspitze das höchste Holzhaus in Deutschland. Allerdings: "Man erlebt das Holzhaus hauptsächlich von außen", sagt Störmer. Die Fassade wird aus Holz sein, auch einige Stützen im Innern. Vor die Holzfassade des Hochhauses kommt aber noch eine aus Glas. Die soll das Holz vor der ultravioletten Strahlung der Sonne und, was in Hamburg nötiger ist, vor dem Regen schützen. Schließlich dient sie zur Lärmdämmung - nahe dem Gebäude verläuft eine Bahnstrecke; Hafen und Großmarkt sind nicht weit entfernt. Die Glasscheiben sind aber beweglich und können geöffnet werden.
Die knapp 190 Wohnungen sollen innen ganz konventionell weiß werden, sagt Störmer. Das sei vom Bauherrn so gewünscht. Holz verändert sich, und wer mag schon von einer hellen Stelle daran erinnert werden, wo der Schrank vor dem Umräumen stand.
Allerdings gibt es bei solchen Bauten auch viel Skepsis und Sicherheits-, sprich Brandschutzbedenken. Das gilt schon allgemein für Hochhäuser. Das sind in Deutschland Gebäude, die höher sind als die sogenannte Nennrettungshöhe der Feuerwehr von 23 Metern. In solchen Häusern müssen Brandschutzvorkehrungen getroffen werden, beispielsweise eine Sprinkleranlage installiert werden.
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| Bauen: Ein Hochhaus aus Holz für Hamburg | Was tun, wenn es brennt? |










Es stimmt, dass bei Holz (je nach Verarbeitungsart, also wie homogen das entstehende...
ahso. fahr mal nach rom und schau dir das panteon an. das ist aus beton und es gibt noch...
das stimmt allerdings nur wenn alle Bäume etwa gleich alt sind. Wenn man sich einen...
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