Beton, der fantastische Werkstoff

Beton ist einfach ein fantastischer Werkstoff. Er ist unschlagbar günstig, massenweise auf der ganzen Welt verfügbar, gut formbar und extrem widerstandsfähig. "Das Bauen mit Beton ist und bleibt die wirtschaftlichste Lösung. Erst wenn alternative Lösungen entweder real oder politikgesteuert günstiger werden, wird sich daran etwas ändern", sagte Björn Siebert, Professor an der Fakultät für Bauingenieurwesen und Umwelttechnik an der TH Köln, zu Golem.de.

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Für Curbach liegt es nicht am Beton, dass er so einen schlechten Ruf hat, sondern an den Menschen, die Bauwerke aus Beton erstellt haben, die nicht immer ästhetisch waren. Der erforderliche schnelle Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg habe die Vorteile des Betonbaus zu hundert Prozent genutzt, dabei aber die Ästhetik vernachlässigt.

"Es liegt an uns, mit Carbonbeton zu zeigen, dass man auch mit Beton leicht bauen kann", sagt er. "Es entsteht eine neue Architektursprache, die helfen kann, Beton zu einem begehrten, interessanten, schönen Baumaterial zu machen. Weniger bauen ist ja keine Option, also müssen wir anders bauen."

Carbon ersetzt Stahl

Curbachs Patentrezept, Kohlenstofffaser, ist ein Material, das Flugzeuge, Surfbretter oder Sportwagen leichter und stabiler macht. Mithilfe von Carbon Concrete Composite (C3) lassen sich die herkömmlichen Stahlarmierungen ersetzen. Und nicht nur das: "Mit Carbonbeton kann man mindestens 50 Prozent des Betons einsparen", sagt Curbach.

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Zwar sind solche Strukturen teuer - und auch die Klimabilanz von Carbon ist alles andere als grün. Dennoch könne der Einsatz vorteilhaft sein, ist der Bauingenieur überzeugt: "Auf die Leistung bezogen ist Carbon schon heute billiger als Stahl; und wenn man statt 400 Kilogramm Stahl nur 14 Kilogramm Carbon verwendet, ist auch die Umweltbilanz besser." Zudem sei Carbonbeton haltbarer und lasse sich besser recyceln.

Ihren Anfang nahm die Idee bereits in den 1990er Jahren. Damals kamen Wissenschaftler der TU Dresden und der RWTH Aachen darauf, textile Faserstoffe in Form einer gitterartigen Matte anstatt von Stahlarmierungen in den Beton einzuarbeiten. Doch seinerzeit klang diese Idee so abwegig, dass selbst die Förderer Bedenken anmeldeten und rieten, zunächst die Bauwirtschaft zu überzeugen.

Wie wir die Klimakatastrophe verhindern: Welche Lösungen es gibt und welche Fortschritte nötig sind

Gesagt, getan: Bauunternehmen erkannten das Potenzial und ermöglichten letztlich das Forschungsprojekt C3, das der Bund seit 2014 fördert. C3 ist Deutschlands größtes Bauforschungsprojekt - weit mehr als 100 Partner aus Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen kümmern sich um 300 Teilvorhaben, etwa Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse, Normen und Zulassungen, Arbeitsschutz, Abbruch, Rückbau und Recycling.

Es gibt auch schon erste Bauwerke mit dem neuartigen Baustoff.

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 Baubranche: Beton auf DiätBrücken aus Carbonbeton 
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wally_2k 03. Sep 2021 / Themenstart

Richtig soweit. BAUTEILE können insgesamt leichter werden - aber nicht der Beton. Und...

Kilpikonna 02. Sep 2021 / Themenstart

N A350 aus massivem Stahl fliegt aber so schlecht... Carbon hat seine Nachteile, aber...

Kilpikonna 02. Sep 2021 / Themenstart

Und die Erkenntnis daraus: Wenn man ein Gebäude passend zum Werkstoff entwirft und den...

DAASSI 02. Sep 2021 / Themenstart

Bei Autobahnbrücken ist es natürlich weniger, aber hier mal ein Beispiel von der Bahn...

Bibi Blockwart 01. Sep 2021 / Themenstart

@ Asperos Danke für die ausführliche und für einen Laien nachvollziehbare Übersicht.

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