Abo
  • Services:

"Bau keine eigenen Protokolle": Vodafone verletzt mit Secure E-Mail die erste Kryptoregel

Vodafones neuer E-Mail-Dienst Secure E-Mail soll den Austausch verschlüsselter E-Mails kinderleicht machen. Das Unternehmen macht jedoch in seiner Ankündigung kaum Angaben zur Sicherheit der verwendeten Verfahren. Deshalb haben wir nachgefragt - und sind verwirrt.

Artikel von Hanno Böck und veröffentlicht am
Vodafones neuer E-Mail-Dienst Secure-E-Mail verwendet offenbar selbstgebaute Kryptolösungen.
Vodafones neuer E-Mail-Dienst Secure-E-Mail verwendet offenbar selbstgebaute Kryptolösungen. (Bild: Screenshot Golem.de)

Mit Secure E-Mail hat Vodafone einen neuen Dienst vorgestellt, der eine unkomplizierte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von E-Mails ermöglichen soll. Nutzer müssen sich dafür mit einer E-Mail-Adresse und einer Handynummer registrieren und können wahlweise eine App, eine Webmail-Oberfläche oder ein kostenpflichtiges Outlook-Plugin benutzen. Doch der Dienst wirft in puncto Sicherheit viele Fragen auf.

Inhalt:
  1. "Bau keine eigenen Protokolle": Vodafone verletzt mit Secure E-Mail die erste Kryptoregel
  2. Die Antworten von Ftapi werfen Fragen auf

Als Verschlüsselungslösung nutzt Vodafone ein System der Münchner Firma Ftapi, die zu dem deutschen IT-Dienstleister QSC gehört. Dabei wird kein standardisiertes Protokoll wie OpenPGP oder S/MIME eingesetzt, vielmehr setzt Ftapi offenbar auf eine selbsterstellte Verschlüsselungslösung. Das System ist damit inkompatibel zu bestehenden Lösungen, lediglich untereinander können Nutzer damit kommunizieren. Als Grundlage verwenden die Macher offensichtlich die Java-Implementation der offenen Crypto-API Bouncy Castle, wie die Release-Notes des Outlook-Plugins nahelegen. Ftapi vermarktet das System unabhängig von der Kooperation mit Vodafone unter dem Namen Cryptoberg. Wie sicher dieses ist, lässt sich schwer beurteilen, denn Informationen dazu sind auf der Webseite kaum zu finden. Lediglich ein paar Allgemeinplätze und die Auskunft, dass das Protokoll AES und RSA benutzt, gibt es dort.

Wir haben bei Ftapi nach Details zu dem verwendeten Protokoll gefragt. In einem ursprünglichen Statement sagte ein Ftapi-Sprecher, dass AES im CBC-Modus und RSA im ECB-Modus zum Einsatz komme. Diese Aussage wurde von der Mutterfirma QSC und Vodafone mittlerweile teilweise korrigiert: RSA werde nicht gemeinsam mit ECB verwendet. Außerdem erfolge der Datentransfer über HTTPS. Das stellt zumindest auf der Transportebene eine zusätzliche Absicherung dar. Die generierten Schlüssel werden mit dem Passwort der Nutzer verschlüsselt und auf einem Vodafone-Server hinterlegt - bei Bedarf rufen App, Outlook-Plugin oder der Webmailer dann den geheimen Schlüssel ab und entschlüsseln ihn lokal auf dem Gerät der Nutzer.

Die Antworten von Ftapi werfen Fragen auf 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,99€
  2. (u. a. Life is Strange Complete Season 3,99€, Deus Ex: Mankind Divided 4,49€)
  3. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 26.02.)

narfomat 08. Dez 2015

das ist so nicht richtig. entscheidend ist, wie warscheinlich es ist, das die person, vor...

Gul2c 07. Dez 2015

Klar sind PGP und S/MIME nicht komplett Ene-zu-Ende, da die Metadaten nicht verschlüsselt...

holminger 05. Dez 2015

Wenn ich daran denke, dass Vodafone aus der Heimat des GCHQ kommt und im Verdacht steht...

huuu 05. Dez 2015

NSA laesst gruessen.. warum sollte mann sich auch steine in weg legen wenn man kiesel...

42bios 05. Dez 2015

+1


Folgen Sie uns
       


Dirt Rally 2.0 angespielt

In Köln konnten wir das nahezu fertige Dirt Rally 2.0 ausführlich anspielen und mit den Entwicklern reden.

Dirt Rally 2.0 angespielt Video aufrufen
Asana-Gründer im Gespräch: Die Konkurrenz wird es schwer haben, zu uns aufzuschließen
Asana-Gründer im Gespräch
"Die Konkurrenz wird es schwer haben, zu uns aufzuschließen"

Asana ist aktuell recht erfolgreich im Bereich Business-Software - zahlreiche große Unternehmen arbeiten mit der Organisationssuite. Für Mitgründer Justin Rosenstein geht es aber nicht nur ums Geld, sondern auch um die Unternehmenskultur - nicht nur bei Asana selbst.
Ein Interview von Tobias Költzsch


    Android-Smartphone: 10 Jahre in die Vergangenheit in 5 Tagen
    Android-Smartphone
    10 Jahre in die Vergangenheit in 5 Tagen

    Android ist erst zehn Jahre alt, doch die ersten Geräte damit sind schon Technikgeschichte. Wir haben uns mit einem Nexus One in die Zeit zurückversetzt, als Mobiltelefone noch Handys hießen und Nachrichten noch Bällchen zum Leuchten brachten.
    Ein Erfahrungsbericht von Martin Wolf

    1. Sicherheitspatches Android lässt sich per PNG-Datei übernehmen
    2. Google Auf dem Weg zu reinen 64-Bit-Android-Apps
    3. Sicherheitslücke Mit Skype Android-PIN umgehen

    Mac Mini mit eGPU im Test: Externe Grafik macht den Mini zum Pro
    Mac Mini mit eGPU im Test
    Externe Grafik macht den Mini zum Pro

    Der Mac Mini mit Hexacore-CPU eignet sich zwar gut für Xcode. Wer eine GPU-Beschleunigung braucht, muss aber zum iMac (Pro) greifen - oder eine externe Grafikkarte anschließen. Per eGPU ausgerüstet wird der Mac Mini viel schneller und auch preislich kann sich das lohnen.
    Ein Test von Marc Sauter

    1. Apple Mac Mini (Late 2018) im Test Tolles teures Teil - aber für wen?
    2. Apple Mac Mini wird grau und schnell
    3. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

      •  /